Zeugen zu bestimmten Rechtshandlungen

Zeugen zu bestimmten Rechtshandlungen

  • Frau Gormanns:
    „Hermann-Martin Klein, Rechtsanwalt, aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner; „Hinzuziehung von Zeugen zu bestimmten Rechtshandlungen“; darum geht es jetzt. Da kann ich überhaupt nichts mit anfangen! Was ist denn damit überhaupt gemeint?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Was ist das? Ja, es macht häufig Sinn, dass man für bestimmte Rechtsgeschäfte einen Zeugen hinzuzieht. Der naheliegendste Fall ist, dass ich ein Rechtsverhältnis kündigen möchte und will sicherstellen, dass meine Kündigung auch bei dem Adressaten ankommt.“
  • Frau Gormanns:
    „Das verstehe ich schon mal!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Dann schreibe ich die Kündigung, lasse einen Zeugen diese Kündigung lesen, dann kommt die Kündigung in ein Kuvert und gemeinsam mit dem Zeugen werfe ich dieses Kuvert in den Briefkasten des Adressaten.“
  • Frau Gormanns:
    „Das verstehe ich auch schon mal; da kann doch dann gar nichts mehr schief gehen, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Dann ist absolut sichergestellt, dass diese Kündigung auch dem Adressaten zugegangen ist. Das ist sicherer, als jedes Einschreiben, da jeder ausversehen den falschen Brief oder auch ein leeres Blatt in das Kuvert tun kann und dann sich bei dem Adressaten überhaupt nichts zugegangen.“
  • Frau Gormanns:
    „Was ist denn mit der ganz sicheren Variante, ‘Einschreiben persönlich mit Rückschein‘?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Das gibt nie Auskunft über den Inhalt des Kuverts. Nur, dass die Sendung beim Adressaten angekommen ist. Was darin war, wissen wir nicht.“
  • Frau Gormanns:
    „Ich bin schockiert! Gibt es denn solche Fälle überhaupt, dass ein Mietverhältnis oder ähnliches per Einschreiben gekündigt worden ist und der Vermieter behauptet im Brief hätte sich kein Kündigungsschreiben befunden?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Kommt selten genug vor, aber wirklich abgebrühte Vermieter bringen das fertig.“
  • Frau Gormanns:
    „Ein anderes Beispiel: Für das „Hinzuziehen von Zeugen zu bestimmten Rechtshandlungen“, das ist das Ändern oder Erstellen eines Testamentes.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Also so etwas kommt vor, generell wäre es sicherlich am vernünftigsten, dass man versucht noch einen Notar – auch ans Krankenbett – zu bestellen. Notare machen sehr wohl auch auswärtige Termine.“
  • Frau Gormanns:
    „Also die Zeugenvariante ist aber auch sehr gut möglich, wenn nämlich die Zeit drängt. Wenn die Oma beispielsweise oder der Opa kurz davor ist, das Zeitliche zu segnen…“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „ …und der Patient selbst nicht mehr in der Lage ist, zu schreiben, aber noch voll bei Bewusstsein ist, dann kann er sein Testament einer anderen Person diktieren und dann müssen eben zwei Zeugen dabei sein, die mithören, was der Patient verfügt und schauen, ob das Gesagte von dem Protokollanten auch richtig aufgeschrieben wird und dann müssen diese hinterher als Zeugen diesesTestament mit unterschreiben und dann ist das ein formal wirksames Testament“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und dann würde auch jedes vorherige Testament abgelöst, selbst wenn dieses vorherige beim Notar hinterlegt ist. Das war alles, rund um den Zeugen und die Zeugenaussage, Hermann-Martin Klein aus der Kanzlei Schleicher Maubach & Partner. Erst mal vielen Dank, dass Sie da waren! Ich weiß jetzt, wie ich mich zu verhalten habe, wenn ich mal was sehe oder einen Knall höre oder irgendwo mit Zeugenrat & -tat zur Seite stehen muss. Tschüss, schön, dass Sie da waren.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Schönen Dank und auf Wiederhören!“
  • Frau Gormanns:
    „So, das war es dann auch von mir und von „Ein Fall für den Anwalt“.“

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