Zeugen vor Gericht (Erscheinungspflicht)

Zeugen vor Gericht (Erscheinungspflicht)

  • Frau Gormanns:
    „Die Zeugenaussage vor Gericht, Hermann-Martin Klein, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in unserer Stadt, ist ja etwas, zu dem man als Bürger der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet ist – wenn man denn eine offizielle Vorladung vom Gericht bekommt, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Grundsätzlich ist so eine Vorladung verbindlich. Ich bin Bürger der Bundesrepublik Deutschland und genüge insofern eigentlich nur meiner Staatsbürgerpflicht. Wenn ich insofern zu einem gerichtlichen Verfahren als Zeuge vorgeladen werde, dann habe ich dieser Ladung Folge zu leisten.“
  • Frau Gormanns:
    „Ohne Ausnahme?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Natürlich gibt es Verhinderungsgründe, zum Beispiel dass ich berufsmäßig an einem anderen Ort gerade weile, dann kann ich das dem Gericht rechtzeitig mitteilen, und im Zweifelsfalle wird das Gericht meine Vernehmung dann vertagen.“
  • Frau Gormanns:
    „Also sogar Urlaub kann ja ein rechtmäßiger Grund sein.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Oder ich habe bereits einen Urlaub gebucht und möchte diesen Urlaub nicht dran geben, dann wird das Gericht meinem Wunsch nach einem anderen Termin sicherlich auch stattgeben.“
  • Frau Gormanns:
    „Auf jeden Fall muss man sich ordentlich und mit einem triftigen Grund entschuldigen.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Umgekehrt, wenn ich mich nicht entschuldige und ich nicht komme, kann es dazu führen, dass das Gericht gegen mich ein Ordnungsgeld verhängt und das sind dann ganz schnell schon einmal 100,00 €.“
  • Frau Gormanns:
    „Also was viele vielleicht gar nicht wissen, dass man auf der Arbeit, auf dem Job zu erscheinen hat, das ist überhaupt kein offizieller Verhinderungsgrund, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Das zählt nicht, da hat der Arbeitgeber auch den Arbeitnehmer für einen derartigen Termin freizustellen.“
  • Frau Gormanns:
    „Bekommt denn der Arbeitgeber diese Ausfallzeit für seinen Arbeitnehmer erstattet, also so eine Art Ausfallgeld?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Es ist genau umgekehrt, der Zeuge bekommt für die Zeit, an der er nicht am Arbeitsplatz ist, keine Bezahlung, bekommt diese aber dann gegen eine entsprechende Bescheinigung des Arbeitgebers von der Bundesrepublik erstattet.“
  • Frau Gormanns:
    „Dafür muss man sicherlich eine ganze Menge Formulare ausfüllen…“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Das meiste nimmt einem tatsächlich das Gericht schon ab, da wird schon eingetragen, von wann bis wann man im Gerichtssaal war. Selber muss man eigentlich nur noch Angaben machen zu den Kilometern zum Beispiel, die man gefahren ist und was man für Parkgebühren oder so etwas gehabt hat. Aber das wird alles erstattet.“
  • Frau Gormanns:
    „Jetzt ist es ja oft so, dass viele Leute furchtbar aufgeregt sind, wenn man vor Gericht erscheinen muss. Darf man da jemanden mitbringen zum Händchenhalten?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Ja, darf ich. Natürlich darf dieser mir jetzt im Zeugenstand nicht mehr das Händchen halten, da sitze ich dann alleine. Aber ich darf sogar einen Rechtsanwalt als Zeugenbeistand mitnehmen, der mir dann eben gegebenenfalls hilft in kniffligen Situationen.“
  • Frau Gormanns:
    „Hätte diese Begleitung durch einen Rechtsanwalt auch etwas damit zu tun, dass man nicht versehentlich eine falsche Aussage tätigt?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Auch dafür kann es sinnvoll sein. Grundsätzlich ist man eben verpflichtet, nur das zu sagen, woran man sich wirklich noch erinnern kann, nichts hinzuzufügen aber auch nichts wegzulassen. Aber vor allen Dinge nichts fantasieren!“
  • Frau Gormanns:
    „Aber auch das stelle ich mir extrem schwierig vor, wenn mich jetzt jemand fragen würde, was hast du beispielsweise am 20.03.2014 gemacht, das wüsste ich doch gar nicht mehr!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Das kann natürlich keiner spontan sagen, es sei denn, es ist irgendein Jubiläumsdatum, an das ich mich besonders gut erinnern kann. Das Gericht hilft natürlich dem Zeugen zunächst einmal ein wenig auf die Sprünge und der bekommt auch in der Vorladung schon gesagt, um was es geht…. Unfall vom …. dann kann ich mich ja schon einmal so ein bisschen schlau machen, woran kann ich mich denn im Zusammenhang mit diesem Datum und diesem Unfall noch erinnern und dann wird der Richter zu Beginn der Vernehmung auch noch einmal sagen: „wir verhandeln heute den und den Vorfall…. können Sie sich da noch an irgendetwas erinnern?“ Und dann muss ich eben meine Aussage machen.“
  • Frau Gormanns:
    „Wer nichts mehr weiß, der muss auch nichts sagen. Das klären wir gleich, wie das so mit dem „Nichts-mehr-wissen“ ist nach den Lokalnachrichten hier bei Radio 90,1 in „ein Fall für den Anwalt!“

Sie wünschen weitere Informationen?

Wir beraten Sie gerne!

Mandantenberichte


Rechtsanwälte 02161 92 03 0