Wasserversorgung (2)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Heute bei mir im Studio ist Hermann-Martin Klein, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner. Zahlt ein Vermieter von der Nebenkostenpauschale das Frischwasser des Mieters wiederholt nicht, dann kann der Versorger die Wasserleitung einfach sperren. Kann dann der Mieter überhaupt etwas tun in dieser Situation, Herr Klein?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Wir Anwälte versuchen diesen Leuten dadurch zu helfen, dass wir gegebenenfalls einstweilige Verfügungen gegen den Eigentümer erwirken, aber, wie eben schon ausgeführt, mit nur bescheidener Aussicht auf Erfolg!“
  • Frau Gormanns:
    „Der Wasserlieferant ist völlig im Recht, haben wir eben schon gehört?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Ich kann eigentlich Mietern, die von einer derartigen Maßnahme betroffen sind, nur empfehlen, sich schnellstmöglich eine neue Wohnung zu suchen.“
  • Frau Gormanns:
    „Und das ziemlich direkt!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Die Wohnung ist dann eigentlich nicht mehr bewohnbar, es mangelt an Hygiene und ähnlichen Voraussetzungen, sodass ich tatsächlich ein fristloses Kündigungsrecht habe.“
  • Frau Gormanns:
    „Jetzt könnten sich ja auch die Mieter zusammentun und sagen, dann zahlen wir halt einmal die Wasserrechnung alle gemeinsam!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Da muss sich der Versorger nicht drauf einlassen. Wenn die Konstellation der Mietergesamtheit in einem Objekt es zulässt, dass sie alle zusammenlegen und künftig die Abschläge für Frischwasser zahlen, lässt sich möglicherweise der Versorger darauf ein und dann ist auch für die nähere Zukunft die Versorgung mit Frischwasser gesichert.“
  • Frau Gormanns:
    „Egal aber was die Mieter sich einfallen lassen in einer solchen Situation, zum Beispiel auch die Medien einschalten, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, ohne den guten Willen des Wasserversorgers geht gar nichts. Kommen wir einmal von dieser großen Katastrophe – kein Wasser zu haben, das ist abgesperrt – zu einer etwas kleineren aber viel häufiger auftretenden Katastrophe.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Wenn ich dann auf einmal feststelle, dass meine Jahresverbrauchsrechnung einen erheblich höheren Wasserverbrauch anzeigt, dann ist das meistens ein Indiz dafür, dass ein Wasserrohrbruch in meinem Objekt vorliegt.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist ein guter Tipp – also gucken, wie war der Wasserverbrauch in diesem Jahr, wenn er hoch ist, nicht erschrocken sein, sondern tätig werden!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Dem sollte ich dann schnellstmöglich durch einen Installateur nachgehen und auch von einem Fachmann gegebenenfalls beheben lassen.“
  • Frau Gormanns:
    „Warum ist denn das so extrem wichtig, dass man einen Installateur einschaltet?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Wir müssen und ja immer vor Augen führen, wir zahlen einerseits das Frischwasser an das Versorgungsunternehmen aber genau entsprechend diesem Frischwasser, was ich vom Versorger beziehe, habe ich auch an die Stadt Mönchengladbach Abwassergebühren zu entrichten, die noch um einiges höher sind als die Kosten für Frischwasser.“
  • Frau Gormanns:
    „Und dann kann es teuer werden.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Wenn ich also jetzt einen Wasserrohrbruch festgestellt habe und ich habe ihn ordnungsgemäß beheben lassen, kann ich mit meinen Vorjahresrechnungen und meiner aktuellen höheren Rechnung dann auch zur Stadt hingehen und sagen: „guckt mal hier, ich hatte einen Wasserrohrbruch, der ist inzwischen ordnungsgemäß behoben – das Wasser, das ich mehr verbraucht habe, ist gar nicht in Euren Kanal gelangt, sondern irgendwo versickert und erstattet mir bitte wenigstens die Kanalbenutzungsgebühr. Diesem Wunsch wird in aller Regel auch entsprochen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist ein guter Tipp, denn das kann wirklich sehr viel Geld sein um das es geht und um noch mehr Energie, Strom und Gas und damit verbundene Problematiken geht es hier bei Radio 90,1 nach den Lokalnachrichten.“

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