Wasserversorgung (1)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Radio 90,1, neun Minuten nach sechs am Montagabend – Energie ist das Thema im 21. Jahrhundert und heute sprechen wir auch darüber, Problematiken in der Ver- und Entsorgung, darum geht`s. Hermann-Marin Klein Rechtsanwalt aus der Kanzlei Schleicher Maubach & Partner ist hier mein Studiogast – erst einmal schönen guten Abend Herr Klein!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Schönen guten Abend liebe Hörer!
  • Frau Gormanns:
    „Ja, wir unterhalten uns heute Abend über Energie und das heißt, wir legen einmal los mit dem Thema Wasser, ohne Wasser geht ja gar nichts in einem modernen Leben. Dass in der heutigen Zeit noch ein Haushalt ohne Frischwasserversorgung ist, dass kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen aber vereinzelt, Herr Klein, kann das durchaus noch sein.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Wir haben zuletzt alle in der Zeitung lesen können, dass eine Familie über Wochen ohne Frischwasser in ihrer Mietwohnung wohnen musste!“
  • Frau Gormanns:
    „Wie kann denn eigentlich so etwas passieren?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Die Mieter zahlen, wie es sich gehört, an den Eigentümer die monatliche Nebenkostenpauschale und der Eigentümer ist dann vielleicht gerade einmal nicht so ganz gut bei Kasse und überweist einfach den Anteil für das Frischwasser nicht an den örtlichen Wasserversorger.“
  • Frau Gormanns:
    „Der Wasserversorger, der bemerkt das dann irgendwann und wendet sich dann an den Vermieter, also den Hauseigentümer, schickt ihm dann eine Mahnung, droht mit der Einstellung der Wasserversorgung und nach wiederholter Nichtzahlung wird das dann auch ernst für die Mieter.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Und wenn dann der Hauseigentümer immer noch nicht zahlt, dann kommt der Versorger – völlig zu Recht – vorgefahren und sperrt die Frischwasserversorgung.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und der Mieter hat gar keine Ahnung davon, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Der Versorger bemüht sich zwar in der Regel, die Mieter zu informieren – nicht zuletzt, um auch ein bisschen Druck gegen den Eigentümer aufzubauen. Das führt ja dann im Zweifelsfalle dazu, dass die Mieter sich beim Eigentümer schon einmal erkundigen: „was ist hier los?“ Aber viele, dieser Eigentümer sind inzwischen dann für ihre Mieter schon überhaupt nicht mehr erreichbar. Die haben dann auf Durchzug geschaltet und reagieren gar nicht mehr!“
  • Frau Gormanns:
    „Eben haben Sie gesagt, der Wasserversorger stellt dann zu Recht ab, also das heißt, die rechtliche Grundlage besteht, das Wasser abzudrehen?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Man könnte es ganz einfach als ein kaufmännisches Zurückbehaltungsrecht bezeichnen. Ich brauche ja an niemanden zu liefern, der mich nicht bezahlt.“
  • Frau Gormanns:
    „Was kann denn eigentlich ein solcher, ja vom Vermieter betrogener Mieter überhaupt tun, Herr Klein?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Der Mieter steht in einer derartigen Situation meistens ziemlich hilflos da, er hat zwar einen Rechtsanspruch gegen seinen Vermieter, nämlich die Versorgung mit Frischwasser zu gewährleisten. Derartige Vermieter sind häufig schon gar nicht mehr zu erreichen und da ist das Geld auch einfach gar nicht vorhanden, um den Versorger zu bezahlen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das klingt jetzt ganz gräuslich, ist aber schon einmal so, dass die Miete bereits von der Bank gepfändet wird oder ähnliches. Es gibt ja aber oft eigene Wasserzähler für jede Wohneinheit, da könnte doch jeder Mieter selber mit dem Wasserlieferanten abrechnen, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Die Stadt Mönchengladbach hat per Satzung verordnet, dass jedes Haus nur mit einem Wasserzähler ausgestattet wird und über diesen einen Wasserzähler versorgt der Versorger das gesamte Objekt. Es ist richtig, dass in vielen modernen Objekten jede einzelne Wohnung einen so genannten Wasserzähler hat, der wird aber nur vom Vermieter abgelesen und nicht vom örtlichen Wasserversorger. Den Wasserversorger interessiert nur der eine Zähler, der auch geeicht ist und für den Versorger zugänglich im Keller hängt.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist jetzt eine ganz wichtige Information, dass man nämlich weiß, dass nur über den Hauptzähler abgerechnet wird – leuchtet eigentlich auch ein. Mehr Details gibt es hier gleich rund ums Wasser und Gas und Strom in „ein Fall für den Anwalt“!

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