VW-Abgas-Skandal (1)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Mit Empörung und enorm heiß diskutiert, denn wir sind ja hier heute Abend bei „ein Fall für den Anwalt!“ – da geht es um den VW-Abgas-Skandal. Oliver Maubach, Fachanwalt für Verkehrsrecht von den Vitus Rechtsanwälten, früher hießen sie übrigens Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner – erst einmal schönen guten Abend!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Hallo, schönen Abend!“
  • Frau Gormanns:
    „Was ist denn eigentlich los mit diesen Fahrzeugen aus dem Hause VW, um die es hier heute Abend geht?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „VW hat eine Software eingebaut, die erkennt, wenn das Fahrzeug auf einen Prüfstand gebracht wird. Die Software steuert dann die Motorleistung so, dass weniger Abgase ausgestoßen werden und damit bessere Verbräuche vorgetäuscht werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Bemerkt denn das der Fahrzeugführer eigentlich, während er mit seinem Auto unterwegs ist?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Nein, im Zweifel wird es kein Fahrzeugführer merken. Die Fahrzeuge funktionieren ganz normal, es besteht keine Gefahr, dass die Fahrzeuge defekt sind oder gehen. Sie haben bisher so funktioniert, das Einzige, was ist, dass die Abgase bei dem Prüfstand anders geregelt wurden, dadurch wurde im Zweifel die Leistung verringert und das merkt man im normalen Betrieb nicht.“
  • Frau Gormanns:
    „Aber das ist schon ein waschechter Betrug, der da passiert ist!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, VW hat seine Fahrzeuge unter anderen Bedingungen verkauft und an den Mann gebracht, als tatsächlich erzielt werden konnte. VW hat gesagt, dass zum Beispiel der Stickoxydausstoß geringer ist – im Zweifel wird es für viele Verkäufer eine wichtige Entscheidung gewesen sein, gerade deshalb die Fahrzeuge zu erwerben.“
  • Frau Gormanns:
    „Die Nummer ist wirklich riesen-, riesengroß. Es sind Millionen von Fahrzeugen betroffen.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Also zurzeit geht man davon aus, dass ca. 10 Millionen Fahrzeuge aus dem gesamten VW-Konzern von dem Abgas-Skandal erfasst sind. Zum VW-Konzern gehören unter anderem Audi, Porsche, Skoda und Seat, wo auch überall schon eingeräumt wurde, dass diese Software, über die wir reden, verbaut wurde. In Deutschland wird gemutmaßt, dass ca. 2,5 Millionen Fahrzeuge betroffen sind.“
  • Frau Gormanns:
    „Wir kriegt denn jetzt der VW-, Audi-, Porsche-, Skoda- oder Seat-Fahrer raus, dass sein Fahrzeug überhaupt zu den Betroffenen zählt?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Die jeweiligen Hersteller haben extra dafür eine Homepage eingerichtet.
    Auf dieser Homepage kann man nachfragen, ob dieses Fahrzeug betroffen ist, man gibt die Fahrzeug-Identifikationsnummer ein und man bekommt dann sofort eine Rückmeldung, ob das Fahrzeug von dieser fehlerhaften oder manipulierten Software betroffen ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Sie raten ja jetzt jedem, der ein Fahrzeug aus diesen VW-Häusern, VW-Gruppe besitzt, dieses auch wirklich zu tun, denn VW hat ja schließlich die vertragliche Vereinbarung aus dem Kaufvertrag für den Kauf des Autos – haben sie, naja, widersprochen kann man nicht sagen – die haben sie nicht eingehalten.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „VW hat etwas versprochen, was sie tatsächlich nicht gehalten haben oder nicht halten konnten. Grundsätzlich kann ich einfach weiter fahren, aber ich habe einen Mangel im Vertragssinne, denn VW hat mir gesagt, wir stoßen nur so und so viel Stickoxyde aus, tatsächlich stößt das Fahrzeug viel, viel mehr Stickoxyde aus.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und dann sind wir beim Thema mangelhafte Lieferung und da sieht der Gesetzgeber bestimmte Rechte für den Käufer vor – die beleuchten wir gleich hier in „ein Fall für den Anwalt!“ bei Radio 90,1!“

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