Vorsorgevollmacht: Risiken

Vorsorgevollmacht: Risiken

  • Frau Gormanns:
    „Radio 90,1 am ersten Montag im Monat mit „ein Fall für den Anwalt!“ – eine Generalvollmacht wird von einem Notar erstellt und beglaubigt, haben wir eben gehört. Könnte ich auch zu Ihnen kommen und mit Ihnen eine Generalvollmacht erstellen, Herr Markus Bungter, Fachanwalt für Familienrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Auch wir Anwälte können selbstverständlich bei der Erstellung solcher Vorsorgevollmachten behilflich sein, haben dazu auch Vorstücke, Vorlagen aber wir könnten halt entgegen den Notaren keine Beurkundung vornehmen, das heißt, das was wir erstellen wird nicht in der so genannten Urkundenrolle der Notare hinterlegt und dementsprechend hat es nicht die gleiche Wirkung, wie das, was ein Notar macht.“
  • Frau Gormanns:
    „Die Hinterlegung der Generalvollmacht beziehungsweise Vorsorgevollmacht bei der Bundesnotarkammer kostet eine Gebühr von ca. 25,00 € – das ist recht preiswert.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Eine Vorsorgevollmacht kann hinterlegt werden bei der Bundesnotarkammer. Dazu muss man allerdings sagen, dass die Hinterlegung der Vollmacht selber gar nicht erfolgt. Man zeigt nur der Bundesnotarkammer an – ich habe eine solche Vorsorgevollmacht erstellt, ich habe diese und jene Person bevollmächtigt und damit können Dritte sich vergewissern, ob denn überhaupt eine Vollmacht von dieser Person in der Welt ist!“
  • Frau Gormanns:
    „Ganz wichtig, alles was mit Banken und Bankgeschäften zu tun hat, ist gesondert zu betrachten – ist doch richtig so, Herr Bungter, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Man muss ein wenig unterscheiden – bei einer notariellen Generalvollmacht ist klar, wer die Vollmacht ausgestellt hat, weil der Notar das überprüft hat. Dementsprechend müssen Banken auch die notarielle Generalvollmacht uneingeschränkt anerkennen. Wenn ich mir eine einfache Vollmacht nur ausgedruckt habe und mein Bevollmächtigter geht damit zu einer Bank, wird die Bank ihn zurückweisen und sagen: „mit dieser Vollmacht können Sie hier nichts machen, Sie können hier kein Geld abheben, wir können Ihnen keine Kontoauszüge geben, gar nichts…“
  • Frau Gormanns:
    „Warum ist das so?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Für die Bank ist nicht sicher, dass der Aussteller der Vollmacht denn tatsächlich der Bankkunde auch ist. Wenn also für Bankgeschäfte eine Vollmacht erteilt werden soll, dann muss der Vollmachtgeber mit dem Vollmachtnehmer gemeinsam, also beide Personen, zur Bank gehen und dort auf einem Formular der Bank die Vollmacht erteilen. Dann kann die Bank im Rahmen dieses Gesprächs in den Räumen der Bank prüfen, ob die Personen denn auch tatsächlich die sind, die sie ausgeben zu sein. Also auch da wird wiederum eine Personenkontrolle durchgeführt!“
  • Frau Gormanns:
    „Bei der notariellen Generalvollmacht hat diese Personenprüfung der Notar eben schon vorgenommen. Bei einer Vorsorgevollmacht erhält ja generell eine bestimmte Person die Vollmacht für eine andere zu handeln…“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „…und dementsprechend braucht es zunächst einmal ein sehr großes Vertrauensverhältnis zu dieser Person, dass mit der Vollmacht kein Schindluder getrieben wird. Man muss also zuerst einmal schauen, dass dieses Vertrauensverhältnis da ist und auch erhalten bleibt. Wenn dieses Vertrauensverhältnis da ist, sollte man aber auch regeln, für welchen Fall soll die Vollmacht denn erst gebraucht werden. Also festlegen, ab wann gilt die Vollmacht denn. Gilt sie ab sofort, also auch in gesunden Tagen oder gilt sie erst ab einem gewissen Krankheitsbild, ab einer gewissen schwere einer Erkrankung oder gegebenenfalls sogar erst ab Geschäftsunfähigkeit, ab Bewusstlosigkeit!“
  • Frau Gormanns:
    „Das sind alles Dinge, die sollte man sehr, sehr klar und deutlich fixieren – raten Sie, und auf jeden Fall eine Person wählen, zu der man ein sehr, sehr großes Vertrauen hat, das kann man gar nicht oft genug betonen.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ja, man sollte sich sehr gut überlegen, wen man denn da zu seinem Bevollmächtigten bestimmt und sollte dies natürlich auch mit dieser Person besprechen, damit die Vorstellungen, wie gehandelt werden soll, vielleicht in Einklang zu bringen sind. Wenn man selber „A“ möchte und der Bevollmächtigte macht aber immer „B“, dann hat man vielleicht nicht die richtige Wahl beim Bevollmächtigten getroffen.“
  • Frau Gormanns:
    „Es gibt noch eine relativ große Gefahr – wenn nämlich neben dem Bevollmächtigten noch ein anderer Erbe da ist. Wenn dieser dann überprüft, was ist alles im Rahmen dieser Vorsorgevollmacht gemacht worden…“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Da kann sehr schnell Streit aufkommen, wenn also Gelder laufend in bar vom Konto abgehoben worden sind und behauptet wird: „das habe ich dem Vollmachtgeber gegeben, er hat es dann an die Enkelkinder oder Gott weiß wen weiter gegeben“ – und das ist nicht nachvollziehbar, dann fragt sich der Erbe immer, was ist eigentlich mit dem Geld passiert, was ich hier sonst geerbt hätte?“
  • Frau Gormanns:
    „Das sorgt dann sehr oft für Ärger und da sollte man schon bei der Auswahl darüber nachdenken, denn genau hier kommen oft die Anwälte zum Einsatz, also im Nachhinein, die dann solche Streitigkeiten klären. Radio 90,1 in „ein Fall für den Anwalt!“ und das besten von heute!“

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