Vorsorgevollmacht & Notar

Vorsorgevollmacht & Notar

  • Frau Gormanns:
    „Ein Fall für den Anwalt!“ hier bei Radio 90,1! Heute geht`s um Absicherungen für den Notfall, zum Beispiel, wenn man eine Krankheit hat, die einen nicht mehr selbständig sein Leben führen lässt. Markus Bungter, Fachanwalt für Familienrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in unserer Stadt. Wir haben ja eben gehört, Herr Bungter, das Gesetz bestimmt einen Betreuer, wenn man nicht rechtzeitig vorgesorgt hat für den Ernstfall. Diese Vorsorge, die man rechtzeitig machen sollte, damit das eben nicht passiert, nennt man ja die Vorsorgevollmacht. Was ist denn das überhaupt, eine Vorsorgevollmacht?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Eine Vorsorgevollmacht gibt jemand anderem die Möglichkeit, für einen zu handeln, insbesondere in den Bereichen der Vermögensvorsorge, also Verträge abzuschließen, Rechnungen zu bezahlen aber auch selbstverständlich, zum Beispiel die Post überhaupt zu öffnen. Man muss immer bedenken, es gibt ein Postgeheimnis, ich darf nicht einfach die Briefe anderer Menschen, auch nicht des Ehegatten, öffnen.
  • Frau Gormanns:
    „Es geht aber oft auch noch um ganz viel mehr!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Des Weiteren geht es in dem Bereich auch immer um den Aufenthalt, also wo hat die erkrankte, die bewusstseinsgestörte, die bewusstlose Person denn ihren Aufenthalt zu nehmen, wo hat sie zu wohnen, soll das in einem Pflegeheim sein, soll es in einer geschlossenen Anstalt vielleicht sein, wenn es eine psychotische Erkrankung ist. Das sind so grundlegende Bereiche, neben der Gesundheitsfürsorge, also welche medizinische Behandlung soll von statten gehen, die im Rahmen einer Vorsorgevollmacht zu regeln sind.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist ja eine ganze Menge, was zu tun ist für eine Person, die Betreuung braucht, wenn man denn als derjenige, der betreut in einer Vorsorgevollmacht eingetragen ist. Es gibt ja auch noch die so genannte Generalvollmacht!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Eine Generalvollmacht ist im Grunde nach nichts wirklich anderes. Sie ist nur von der Bezeichnung her anders und sie wird von der Begrifflichkeit sehr gerne in den Notariaten gebraucht. Notare erstellen im Rahmen ihrer Beurkundungspraxis so genannte Generalvollmachten, die erteilt werden. Geregelt werden dem Grunde nach die gleichen Dinge, wie in der Vorsorgevollmacht nur halt eben in einer anderen Form, nämlich in Form einer notariellen Urkunde.“
  • Frau Gormanns:
    „Bleiben wir einmal bei der notariellen Urkunde, also bei der notariellen Generalvollmacht, das ist quasi mein Stichwort – kann ich mir nicht die Vorsorgevollmacht einfach selber aus dem Internet ausdrucken, dann ausfüllen, unterschreiben und fertig?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die notarielle Generalvollmacht hat für sich den Vorteil, dass der Notar geprüft hat, dass die Person, die dort die Vollmacht erteilt, also unterzeichnet, zunächst einmal die ist, die sie vorgibt zu sein, also der Ausweis wird kontrolliert und durch die Form der notariellen Urkunde also, dass das Ganze fest verbunden ist, mit dem Bändchen versehen, wird auch eine sehr große Glaubwürdigkeit erzeugt, dass tatsächlich der Aussteller auch diesen Willen erklärt hat“
  • Frau Gormanns:
    „Leuchtet mir jetzt ein!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Wenn ich eine einfache Vorsorgevollmacht mir aus einem Internetformular ausdrucke und zusammentacker und unterschreibe, kann es sein, dass Dritte sagen: „das kann ja jeder erstellen. Ich glaube nicht, dass diese Vollmacht tatsächlich von dem Aussteller ist!“
  • Frau Gormanns:
    „Das heißt, der sicherere Weg ist die notarielle Generalvollmacht!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Der sicherere Weg ist also dementsprechend selbstverständlich eine notarielle Vollmacht erstellen zu lassen aber natürlich andererseits auch die kostenintensivere. Der Notar nimmt für seine Bemühungen eine Gebühr, das ist der Unterschied dann. Wenn man also Kosten sparen möchte, dann muss man halt selber eine erstellen, gegebenenfalls mit einem Internetformular, hat aber das Risiko, dass diese Vollmacht vielleicht nicht so anerkannt wird, wie man sich das wünscht!“
  • Frau Gormanns:
    „Was in einer Vorsorgevollmacht beziehungsweise dann in einer notariellen Urkunde, einer Generalvollmacht, alles geregelt ist, das hören wir gleich, hier bei Radio 90,1, nach den Lokalnachrichten um halb sieben!“

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