Unfallflucht: Strafmaß

Unfallflucht: Strafmaß

  • Frau Gormanns:
    “Michael Rost, er ist Fachanwalt für Strafrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten hier in unserer Stadt. Wir sprechen über Unfall- und Fahrerflucht im Straßenverkehr, exakt die mit Blechschäden. Aber trotzdem, dass es nur Beulen an Fahrzeugen gibt oder Fahrrädern oder so, das ist eine solche Tat eine knallharte Straftat und kein Kavaliersdelikt, Herr Rost.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Ne, das ist kein Kavaliersdelikt, das sieht man an den Strafen. Der Gesetzgeber sieht Strafen vor bis zu drei Jahren Gefängnisstrafe, also Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.”
  • Frau Gormanns:
    “Das ist aber längst nicht alles, was einem passieren kann, wenn man einfach abhaut am Unfallort.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Die Konsequenz, die der Unfallflüchtige noch zu tragen hat, ist in vielen Fällen mindestens genauso groß, nämlich die Entziehung der Fahrerlaubnis oder Fahrverbot.”
  • Frau Gormanns:
    “Entziehung der Fahrerlaubnis und Fahrverbot, das sind zwei ganz verschiedene Strafen. Auch wenn es sich gleich oder ähnlich anhört.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Entziehung der Fahrerlaubnis, wenn man das mal so ein bisschen locker sagen will, man wird auf den Stand eines 17-jährigen zurückgesetzt, das heißt man hat keine Fahrerlaubnis mehr und muss, wenn die Sperrzeit vorbei ist, die ein Gericht ausspricht, zum Straßenverkehrsamt gehen und eine neue Fahrerlaubnis beantragen.”
  • Frau Gormanns:
    “Das kann ganz schön blöd sein. Sie haben so ein richtig gutes Beispiel für uns.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Die älteren Fahrzeugführer haben einen Führerschein, eine Fahrerlaubnis bis siebeneinhalb Tonnen. Das ist dann im Gesetz geändert worden. Die heutigen Führerscheininhaber haben dreieinhalb Tonnen Gesamtgewicht als Obergrenze und wer heute also die Fahrerlaubnis entzogen bekommt und nach der Sperrzeit eine neue Fahrerlaubnis wieder beantragt, bekommt natürlich eine Fahrerlaubnis nach den heutigen Gesetzen, also dreieinhalb Tonnen.”
  • Frau Gormanns:
    “Bei der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis läuft ein Verwaltungsverfahren, aber eine Prüfung muss man ja nicht mehr machen, auch keine MPU?”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Das kommt drauf an. Das ist wieder ein ganz anderes Thema. Eine MPU wird immer dann verlangt, wenn jemand dem Straßenverkehrsamt als ungeeignet erscheint oder zumindest Zweifel an der Eignung bestehen, nach Alkoholfahrt, nach Drogenfahrt. Da wird dann eine MPU verlangt.”
  • Frau Gormanns:
    “Also Fahrerflucht plus etwas im Blut was da nicht hingehört beispielsweise?”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Ja, wobei das da nicht die Fahrerflucht im Vordergrund steht, sondern auch wenn sie bis nach Hause, wie sie meinen, sicher fahren können und werden vor der Haustür ohne Unfall von der Polizei angehalten, müssen Sie in so einem Fall damit rechnen, eine MPU machen zu müssen.”
  • Frau Gormanns:
    “Aber natürlich auch wenn zusätzlich die Fahrerflucht hinzukommt. Also zusätzlich zum Entzug der Fahrerlaubnis ist das dann alles im Gegensatz zum Entzug der Fahrerlaubnis steht das Fahrverbot, hatten wir eben schon, das der Vollständigkeit halber, da bekommt man ja nach dem einen oder den mehreren Monaten den eigenen Führerschein wieder zurück. Haben wir alles, Herr Rost?”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Punkte in Flensburg dürfen wir auch nicht vergessen, die kommen auch noch auf den Betroffenen zu.”
  • Frau Gormanns:
    “Die gibt es ja auch immer noch, also ein schönes sattes Rund um Paket, was einem da erwartet, wenn man Unfallflucht begeht unter dem ein oder anderen Aspekt noch zusätzlich. Wenn man sich richtig verhält als Beteiligter und wie man das macht, das hören wir dann gleich nach den Lokalnachrichten bei Radio 90.1.”

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