Unfallflucht: Besonderheiten

Unfallflucht: Besonderheiten

  • Frau Gormanns:
    “Unfallflucht ist unser Thema heute Abend, Michael Rost, Fachanwalt für Strafrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten in unserer Stadt hat noch ein paar ganz wichtige Hinweise für diesen Bereich. Bei Unfallflucht kommen erhebliche Konsequenzen zivilrechtlicher Art auf den Verursacher zu. Was dann auch die Vollkasko und die Haftpflichtversicherung letztendlich betrifft, die können nämlich die Zahlungen verweigern oder auch zurückverlangen, aber ganz wichtig: Eine Rechtsschutzversicherung für Verkehrsrecht, die hilft bei Unfallflucht auch nicht, Herr Rost.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Auch die Rechtsschutzversicherung wird die Anwaltskosten, die der Angeklagte (ist er ja dann vor Gericht) hat, die Anwaltskosten die Gerichtskosten zurückverlangen, wenn der Richter am Ende sagt, das war Unfallflucht. Dazu muss ich vielleicht noch sagen, eine Unfallflucht kann man nicht fahrlässig begehen, da ist immer Vorsatz im Spiel.”
  • Frau Gormans:
    “Das verstehe ich. Einfach abhauen, das muss man sich wirklich vornehmen. Es gibt noch weitere Aspekte beim Thema Fahrerflucht, zum Beispiel das hier, müssen eigentlich die unbeteiligten Beobachter auch am Unfallort verweilen bis die Polizei kommt?”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Wenn es keine Personenschäden gibt, wo ich unter dem Gesichtspunkt „unterlassene Hilfeleistung“ helfen muss, dann darf ich mich als Zeuge oder als andere Person, die erst später dazu gekommen ist, entfernen, dann bin ich ja nicht Unfallbeteiligter.”
  • Frau Gormanns:
    “Erste Hilfe leisten ist mein Stichwort. Das muss auch der Unfallbeteiligte tun, eine verletzte Person zur Arztpraxis in der Nähe bringen oder sonst unterlässt der ja dann die Hilfeleistung und macht sich da dann ebenfalls strafbar.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Man weiß, um die Ecke ist eine Arztpraxis und ich bring den Verletzten dort hin, dann entferne ich mich erlaubt vom Unfallort. Trotzdem gibt es Konsequenzen. Ich muss als Unfallbeteiligter dann wieder zurück und die Feststellungen nachträglich ermöglichen, das heißt: ich kann nicht sagen, naja ich habe dem Verletzten geholfen und bin weg und naja,  dann hat sich die Sache erledigt.”
  • Frau Gormanns:
    “Ah o. k., jetzt verstehe ich. Eins darf er nämlich auf gar keinen Fall machen.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Der Unfallbeteiligte darf aber nicht so tun als wäre er nur Schaulustiger und stellt sich dahin und sagt, ja ich bin ja am Unfallort. Mein kaputtes Auto steht da und drei Meter weiter steht das andere Fahrzeug. Er muss sich offenbaren, d.h. er muss von sich aus aktiv werden und sagen, ich bin der Fahrer dieses Fahrzeugs.”
  • Frau Gormanns:
    “Ist das nicht normal?”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Das ist jetzt vielleicht ein bisschen schwer nachzuvollziehen. Bei so einer Situation, aber es kann ja sein, das Beispiel man fährt gegen ein Verkehrsschild und denkt, naja gut dann bleibe ich jetzt mal hier eine halbe Stunden stehen. In der Zwischenzeit kommen viele Leute vorbei und ich bleib einfach stehen und wenn ich meine Wartezeit erfüllt habe, fahre ich weg, so geht es nicht. Man muss schon offenbaren, dass man beteiligt war.”
  • Frau Gormanns:
    “Eine Vielzahl der Fälle betrifft erstaunlicherweise ältere Fahrer, die in ihrem ganzen Leben noch nie mit Strafrecht zu tun hatten. Die rempeln auf dem Parkplatz ein Fahrzeug an und denken sich einfach nichts dabei.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Ja, an dem anderen Wagen war doch nichts zu sehen oder eine kleine Beule und er hatte doch schon so und so viele Beulen, das ist eine schlechte Geschichte. Da wird man bestraft und die Konsequenzen gerade für ältere Autofahrer können sein, dass man den Führerschein endgültig verliert.”
  • Frau Gormanns:
    “Das ist ja furchtbar. Gerade für ältere Fahrer, denen der Führerschein entzogen wird, da stellt sich die Frage, ob die den dann ohne weiteres wiederbekommen.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Denn das Straßenverkehrsamt hat bei jedem, der eine Fahrerlaubnis bekommt, zu prüfen, ist er geeignet. Und bei älteren Leuten kann dann schnell auch ein gesundheitlicher Mangel dazu führen, dass man sagt, entweder wir geben gar keine Fahrerlaubnis mehr oder wir schicken dich erst mal zum Arzt, du musst nachweisen als Fahrzeugführer, dass du geeignet bist und das kann bei älteren Leuten durchaus mal ein Problem werden.”
  • Frau Gormanns:
    “Also immer gut überlegen, was man dann letztendlich tut, auch was man selbst für eine Lappalie hält, das kann schnell zur riesen Sache im Strafrecht werden. Alle Infos gab es zur Fahrer- und Unfallflucht im Straßenverkehr von Michel Rost, Fachanwalt für Strafrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten. Schönen Abend und tschüss, Herr Rost.”
  • Rechtsanwalt Rost:
    “Vielen Dank und Ihnen auch einen schönen Abend.”

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