Umtausch Weihnachtsgeschenke (2)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „17 Minuten nach 18:00 Uhr am Montagabend. Mein Studiogast ist Thomas Müting, Rechtsanwalt von Rechtsanwälte Schleicher Maubach und Partner hier in unserer Stadt. Wir sprechen über den Umtausch von Weihnachtsgeschenken, gar nicht so eine seltene Angelegenheit und einen Grundsatz, Herr Müting, den müssen Sie einfach noch einmal wiederholten, denn der ist quasi die Basis fürs Umtauschen!“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ja im Umtauschrecht wird in der Regel danach unterschieden, ob eine Ware mangelbehaftet ist oder ob sie eben einwandfrei ist und der Kunde diese Ware einfach nur zurückgeben möchte.“
  • Frau Gormanns:
    „Also mit einem Mangel da kann man erst einmal auf Nachbesserung, dann aber auch auf Umtausch und Ersatz gegen neue Ware bestehen und wenn es denn nur nicht gefällt das Teil, dann muss man kein Geld kriegen, sondern nur einen Gutschein, das ist alles rechtens. Aber einfach nur zurückgeben, das geht in vielen Geschäften, ist aber von Rechtswegen nicht verpflichtend. Das haben wir ja eben ausführlich diskutiert. Wir gucken uns jetzt einmal an, wie das bei reduzierter Ware aussieht, gerade Frauen sind ja oft auf Schnäppchenjagd, auch für Weihnachtsgeschenke. Gibt es denn bei reduzierter Ware andere Regelungen?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Hier ergibt sich im Grunde keine andere Rechtsfolge als bei neuwertigen oder normalpreisigen Sachen. Ein Umtauschrecht habe ich nur dann, wenn die reduzierte Ware mangelbehaftet ist, dann kann auch ein Umtausch nicht ausgeschlossen werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Also es gilt genauso wie für den Normalfall für normalpreisige Gegenstände, wie wir eben schon gesagt haben. Aber manchmal ist es ja so, dann steht an der reduzierte Ware oft explizit „vom Umtausch ausgeschlossen!“. Das kann dann auch auf dem Kassenbon oder wo anders auftauchen. Ist denn das dann Quatsch?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Der Spruch „reduzierte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen“ gilt dann nicht, wenn die Ware mangelbehaftet ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Ok, das habe ich verstanden, also bei einem Mangel gilt auch für Reduziertes die gesetzliche Gewährleistung.“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ich kann aber als Unternehmer, wenn ich Waren verkaufe, eben die Gewährleistungsrechte nicht einschränken. Etwas anderes könnte man dann überlegen, wenn die Ware nur deshalb billig verkauft wird weil ein besonderer Mangel vorhanden ist und dem Käufer das bekannt gemacht wird und er die Ware in Kenntnis dieses Fehlers verbilligt kauft.“
  • Frau Gormanns:
    „Also bei so genannter B-Ware da trifft das dann zum Beispiel so zu. Damit sind wir dann bei den Geschenkgutscheinen, die man immer häufiger unter dem Tannenbaum findet. Auch hier gilt es ja den einen oder anderen Pferdefuß zu wissen und auch zu beachten, damit das Geschenk bzw. der Gutschein auch wirklich gut ankommt und schön ist. Genaueres hören Sie hier gleich bei uns, bei Radio 90,1 in „Ein Fall für den Anwalt“, nach den Lokalnachrichten.“

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