Umtausch Weihnachtsgeschenke (1)

Umtausch Weihnachtsgeschenke (1)

  • Frau Gormanns:
    „Am Wochenende da war es schon ganz schön voll in der Gladbacher Innenstadt und auch in Rheydt. Der Run auf die Geschäfte war gut. Was da alles so am 24. Dezember unter dem Tannenbaum liegt, das wird wohl nicht immer vom Beschenkten auch mit viel Freude behalten. Manchmal da steht direkt nach den Festtagen die große Umtauschaktion an. Thomas Müting Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach ist mein Studiogast – erst einmal schönen guten Abend, Herr Müting!“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Guten Abend Frau Gormanns!“
  • Frau Gormanns:
    „Erst müssen wir zwei unterschiedliche Gründe für einen Umtausch mal unterscheiden bei Geschenken.“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ja, beim Umtauschrecht wird in der Regel unterschieden, ob hier eine Ware mangelbehaftet ist oder ob sie eben einwandfrei ist und der Kunde diese Ware einfach nur zurückgeben möchte.“
  • Frau Gormanns:
    „Ok, und hier muss man dann, wenn man frisch geschenkte Weihnachtsgeschenke umtauschen möchte auch erst einmal etwas Grundsätzliches wissen.“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Der weit verbreitete Irrtum dabei ist, dass es generell ein Umtauschrecht gibt. Das gibt es nur bei beschädigten oder mangelbehafteten Waren. Bei Waren, die nur nicht gefallen aber ansonsten einwandfrei sind, gibt es ein solches Umtauschrecht nicht.“
  • Frau Gormanns:
    „Aber das wird ja oft gemacht, auch mit der Begründung: „der Pulli gefällt mir einfach nicht!“ oder?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Allerdings gewähren natürlich viele Händler ein solches Umtauschrecht aus reiner Kulanz aber einen Anspruch habe ich gegen den Verkäufer nicht.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist etwas, was – glaube ich – viele Verbraucher wirklich nicht wissen. Starten wir einmal mit unserem Weihnachtsgeschenk, was einen Fehler oder einen Mangel hat, denn dann kann man die Ware ja auch wirklich von Rechts wegen umtauschen.“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Bei der mangelhaften Ware greifen dann die gesetzlichen Gewährleistungsrechte ein. Wenn also Heidi den Pullover für Paul gekauft hat und dieser verschmutzt ist oder ein Loch aufweist, dann ist dieser Pullover mangelbehaftet, dann kann ich zum Verkäufer gehen und Gewährleistungsrechte anmelden.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist mein Stichwort – Gewährleistung bedeutet, dass der Verkäufer aktiv werden muss aber ein direkter Umtausch muss eben nicht zwingend sein. Der Verkäufer hat nämlich das Recht auf Nachbesserung, also auf Reparatur des Fehlers. Er kann den Pulli waschen bzw. stopfen lassen. Geht das denn so einfach, wenn abends die Oma den Pulli stopft ist alles wieder gut?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Die Nachbesserung muss natürlich fachgereicht sein, sie muss einem neuwertigen Produkt entsprechen. Dann kann ich ggf. noch einmal auf Nachbesserung drängen oder aber bei fehlgeschlagener Nachbesserung vom Vertrag zurücktreten.“
  • Frau Gormanns:
    „Und Rücktritt heißt ja in der Alltagssprache nichts anderes als Umtausch, oder?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Der Rücktritt führt zum Rückgewährschuldverhältnis, also die gegenseitigen Leistungen müssen wieder ausgetauscht werden, ich muss den Pullover zurückgeben und bekomme dafür das Geld, was ich dafür bezahlt habe.“
  • Frau Gormanns:
    „Kann sich eigentlich auch ein Verkäufer von diesem Gewährleistungsrecht befreien lassen, Rechtsanwalt Müting?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Als gewerblicher Verkäufer kann ich das nicht, da sind Beschränkungen von Gewährleistungsrechten unzulässig. Im Privatbereich, wenn also private Leute untereinander derartige Kaufgeschäfte tätigen, kann ich ggf. die Gewährleistung ausschließen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist jetzt an Weihnachten bei Weihnachtsgeschenken eher selten der Fall, dass man von Privatleuten etwas kauft. Gleich auf jeden Fall mehr zu dem Thema Umtausch hier bei Radio 90,1 in „Ein Fall für den Anwalt !“

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