Umgangsrecht und Namensgebung

Umgangsrecht und Namensgebung

  • Frau Gormanns:
    „Wer Kinder hat, der sollte mit diesen Begrifflichkeiten wirklich richtig gut klar kommen und genau wissen, was dahinter steckt. Die elterliche Sorge – Markus Bungter, Fachanwalt für Familienrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner – die haben wir gerade schon einmal detailliert geklärt. Das andere Ding ist das mit dem Umgangsrecht, da haben wir noch nichts zu gesagt. Was ist denn das überhaupt – Umgangsrecht?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das Umgangsrecht sagt lediglich etwas dazu aus, wann das Elternteil, das nicht mit dem Kind zusammen in einem Haushalt lebt, das Kind sehen darf. Hier ist es so, dass regelmäßig z. Bsp. bei älteren Kindern es sicherlich häufig so geregelt ist, dass man einen Umgang von Freitags nachmittags bis Sonntagabend hat. Umgang bedeutet aber nicht nur ein Recht für Väter oder Mütter, bei denen das Kind nicht lebt, sondern z. Bsp. auch für Großeltern oder dass andere Personen, z. Bsp. Nachbarn, Bekannte, Freunde ein Umgangsrecht mit dem Kind haben, solange dieser Umgang für das Kind förderlich ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Kommen wir erstmal noch zum Umgangsrecht zwischen Eltern. Also das kennt man ja so aus dem Bekanntenkreis, wenn das Paar nicht verheiratet ist und nicht mehr zusammen lebt, dann ist es sogar so, dass das Umgangsrecht dem Partner zusteht, der z. Bsp,. eine Straftat verbüßt hat, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ja, auch Elternteile, die in Strafhaft sitzen, bleiben Eltern. Durch die Strafhaft wird ja der Mutter- oder Vaterstatus nicht verändert. Dementsprechend kann auch dann Umgang ausgeübt werden. Das sind natürlich dann Umstände, die sicherlich für das Kind nicht gerade angenehm sind. Da muss man abwägen, wie alt ist das Kind, wie wird das Kind das aufnehmen?“
  • Frau Gormanns:
    „Jetzt haben Sie eben schon gesagt: es können auch andere, z. Bsp. die Großeltern oder die Patentante Umgangsrecht für das Kind haben. Wie ist es denn, wenn Mama und Papa jetzt auf einmal mit einem anderen Lebenspartner zusammen ziehen und zusammen leben, haben die auch Umgangsrecht mit dem Kind?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Neue Lebenspartner haben dem Grunde nach kein Umgangsrecht, es sei denn sie sind halt eine wichtige Bezugsperson für das Kind geworden. Aus den da vorliegenden Umständen, das kann z. Bsp. ein Hauswechsel für das Kind gewesen sein, dass der neue Lebenspartner eine wichtige Bezugsperson für das Kind geworden ist und dann haben auch diese Umgangsrecht.“
  • Frau Gormanns:
    „Thema ist ja auch oft, bei wem soll das Kind denn leben? Wenn ein Elternteil ins Ausland umzieht, dann wird es richtig schwierig. Das kann ja dann eine ganz schön harte gesetzliche Entscheidung bedeuten für den anderen.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Im Rahmen dessen ist letztlich halt zu prüfen, wer ist für das Kind die wichtigere Bezugsperson und diese Beziehung zu der Bezugsperson soll auch dem Grunde nach erhalten bleiben. Das dabei die Möglichkeit, das Kind zu sehen für den anderen Elternteil ganz erheblich eingeschränkt wird, ist dabei aber deutlich abzuwägen.“
  • Frau Gormanns:
    „Bei getrennt lebenden Eltern, da muss ja auch oft die so genannte Ferienregel her. Auch hier gilt: warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Rechtsanwalt Bungter!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die Eltern können die Schulferienzeiten frei miteinander vereinbaren. Die Eltern können sich überlegen, zu welcher Zeit das Kind bei wem sein möchte. Finden sie dort keine Einigung, wird häufig vorgeschlagen, dass die Ferienzeiten jeweils hälftig geteilt werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Wichtig ist ja zu wissen, dass das Kind überhaupt schulpflichtig ist, also in einem Alter ist, wo es auch zur Schule geht?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Auch das hängt vom Alter des Kindes ab, das Kind sollte zumindest schulpflichtig sein, um diese Teilung der Ferienzeiten vorzunehmen.“
  • Frau Gormanns:
    „Ich habe ein ganz anderes Thema noch, das hat jetzt nichts direkt mit elterlicher Sorge oder Umgangsrecht zu tun aber es geht um die Namensgebung. Ich wundere mich immer im Bekanntenkreis, da gibt es die abstrusesten Namen, wenn Babys geboren werden, Apple, April oder Rocky oder so etwas. Wie kann man denn ein Kind eigentlich so nennen?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die Eltern haben im Rahmen der elterlichen Sorge darüber zu entscheiden, wie ihr Kind heißen soll. Im Rahmen dessen muss zunächst der Vorname erkennen lassen, wie das Geschlecht des Kindes ist. Weitere Vornamen können dem Grunde nach frei gewählt werden, solange die Namensgebung das Kind nicht beeinträchtigen, solange diese Namensgebung das Kind nicht herabwürdigt.“
  • Frau Gormanns:
    „Hah, es gibt gesetzliche Bestimmungen in Deutschland, dass das und wie das nach deutscher Rechtsprechung möglich ist mit dem Apple oder dem Rocky, dass es solche ungewöhnlichen Namen an Kinder zu vergeben gibt, das hören Sie gleich noch einmal ganz genau nach den Lokalnachrichten hier bei Radio 90,1 am Montagabend, mein Name ist Ursula Gormanns, schönen guten Abend.“

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