Strom & Gas (1)

Strom & Gas (1)

  • Frau Gormanns:
    „Beim Strom und beim Gas da haben wir an Lieferanten der Energie mittlerweile ja die Wahl. Es gibt da eine ganze Reihe neuer Anbieter, die da eben mit genauso einer großen Reihe von günstigen Angeboten werben. Hermann-Martin Klein aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier aus Mönchengladbach – wir starten einmal so ein bisschen mit der Teldafax-Story. Dieser Stromlieferant ist insolvent und Bayer-Leverkusen war ja – wie soll man es sagen – so ein bisschen auf Teldafax reingefallen, denn Teldafax war ja riesen Sponsor von Bayer-Leverkusen Fußball und der Insolvenzverwalter, der hätte jetzt gerne, dass Bayer-Leverkusen 16 Millionen Euro zurückzahlt! Ja, kommen wir erst einmal noch zu Teldafax und zu den 16 Millionen!“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Das ist ja schon ein ganz erkleckliches Sümmchen, was Teldafax an Bayer-Leverkusen seinerzeit überwiesen hat und trotzdem sind sie dann in Insolvenz gegangen und konnten dann ihre Kunden nicht mehr versorgen. Die Kunden haben dann brav ihre Abschläge an Teldafax gezahlt und standen dann trotzdem plötzlich ohne Strom da!“
  • Frau Gormanns:
    „Aber es ist ja so, dass der Grundversorger dann erst einmal die auffängt, die auf Teldafax angewiesen waren, wenn Teldafax keinen Strom mehr liefert. Also Grundversorger ist der, der im Einzugsgebiet die meisten Kunden hat. Das ist ja dann erst einmal positiv, man sitzt ja dann nachts doch nicht im Dunkeln, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Hinzu kommt, dass ich möglicherweise, das ist von Versorger zu Versorger unterschiedlich, für mehrere Monate eventuell im Voraus bezahlt habe – das Geld ist dann erst einmal futsch! Das muss man sich einmal vorstellen, gleichzeitig geht eben dieser Versorger hin und macht für sich mächtig Werbung, indem er Trikotsponsor in der Bundesliga ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das ist erst einmal das fatale, dass man vielleicht horrende Vorauszahlungen geleistet hat und trotzdem nicht beliefert wird. Das bedeutet, jedes Schnäppchen auf dem Strommarkt ist unter Umständen gar keins, vielleicht sogar das genaue Gegenteil, nämlich ziemlich teuer am Ende.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Man sollte zumindest sämtliche Angebote, die mehr als einen Monatsabschlag im Voraus verlangen, besonders hinterfragen. Für meine Begriffe wird es da immer schon etwas dubios.“
  • Frau Gormanns:
    „Also wenn man schon einen neuen Stromlieferanten sich besorgen möchte, dann sollte man das beachten. Was ist denn das dubiose beziehungsweise das fatale so generell dabei?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Häufig funktioniert das dann nach dem Schneeballprinzip – ich gewinne neue Kunden, von denen ich hohe Abschläge verlange und kann auf diese Art und Weise die Energie auch einkaufen und billig weiter verkaufen aber wenn ich irgendwann keine neuen Kunden bekomme, bin ich schnell am Ende der Fahnenstange als Versorger angelangt und die Kunden, die dann ihre Abschläge bereits bezahlt haben, stehen am Ende im Regen.“
  • Frau Gormanns:
    „Früher war es ja recht einfach, da hatte man einfach keine Wahl.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Willkommen in der neuen Welt der Versorgung – ja, da sind so viele Handelnde inzwischen am Start, dass der Kunde eigentlich den Überblick verliert.“
  • Frau Gormanns:
    „Man muss also richtig achtgeben bei den neuen Anbietern, Herr Klein, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Auch wenn ich meine, ich hätte den günstigsten Versorger für meinen Haushalt erwischt, muss ich trotzdem darauf achten, dass jeder Versorger nur ein bestimmtes Spektrum von …. bis Kilowattstunden besonders günstig anbietet!“
  • Frau Gormanns:
    „Und das mit dem Spektrum, das ist ganz besonders wichtig, warum?“
  • Rechtsanwalt Klein:„Wenn ich dann wider Erwarten im nächsten Abrechnungszeitraum deutlich mehr verbraucht habe, rutsche ich in ein anderes Segment, dass dann in Wirklichkeit viel, viel teurer ist als bei einem anderen Anbieter und genauso kann es sich auch verhalten, wenn ich es gut meine und Energie spare und auf einmal deutlich weniger verbrauche, dann bin ich auch in ein anderes Segment gerutscht und zahle plötzlich auch mehr, obwohl ich weniger verbrauche!“
  • Frau Gormanns:
    „Das heißt, man muss immer ganz genau den eigenen Stromverbrauch kennen und beobachten.“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Ja, das einfachste Beispiel eben ist, eine junge Familie, die Nachwuchs erwartet – da ist dann auf einmal ein wesentlich höherer Verbrauch nötig, um eben ein Kleinkind zu versorgen und das kann dann gegebenenfalls schon dazu führen, dass ich eben aus dem von mir gewählten Segment herausfalle.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, dann sagt man nur noch – Pech gehabt beziehungsweise teuer gehabt. Gleich mehr zum Thema Ver- und Entsorgung!“

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