Scheitern der Ehe

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Das Scheitern einer Ehe, darum geht es heute Abend und mein Gast hier im Studio ist Markus Bungter, er ist Fachanwalt für Familienrecht aus Mönchengladbach aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner. Erste einmal schönen guten Abend Rechtsanwalt Bungter!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Guten Abend Frau Gormanns!“
  • Frau Gormanns:
    „Rechtsanwalt Bungter, wenn die Ehe in die Brüche geht, dann zieht das ja eine Trennung des Paares nach sich, was ist denn überhaupt das Trennen der Eheleute laut Rechtsprechung?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die Trennung bedeutet, dass die Ehegatten sich voneinander abwenden, d.h. dass sie sich räumlich voneinander trennen, das kann zwar in der ehelichen Wohnung sein, aber man sollte, wenn man sich tatsächlich trennt, dann auch um eine Trennung im Rechtssinne zu bewirken, sich von Tisch und Bett trennen, d.h. nicht mehr im gemeinsamen Schlafzimmer nächtigen und auch wechselseitig keine Versorgungsleistungen mehr erbringen.“
  • Frau Gormanns:
    „Eigene Wege gehen, ist ja das eine. Die richtige Scheidung der Ehe ist ja das andere. Dies wiederum, also das Letzte, geht ja dann nur ganz offiziell oder gar nicht!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „So, wie mit der Eheschließung, die muss vor einem Standesbeamten erfolgen, und genauso ist es mit einer Ehescheidung, die funktioniert nur vor einem Gericht, vor einem Richter.“
  • Frau Gormanns:
    „Wann gilt denn eine Ehe von Rechtswegen als gescheitert?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Gescheitert ist die Ehe dann, wenn das Gericht feststellen kann, in einer mündlichen Verhandlung, dass die Ehegatten zumindest ein Jahr getrennt voneinander leben, d.h. wie eben schon einmal ausgeführt, getrennt von Tisch und Bett sind.“
  • Frau Gormanns:
    „Das muss ja alles seine Richtigkeit haben. Dazu gehört auch in der Regel das so genannte Trennungsjahr, d.h. ein komplettes Jahr muss das Noch-Ehepaar getrennt voneinander leben und erst dann kann die Scheidung vom Richter vollzogen werden. Warum ist denn das überhaupt so, Rechtsanwalt Bungter?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das Trennungsjahr ist nicht nur in der Regel einzuhalten, es ist immer einzuhalten, denn das Gericht möchte feststellen, dass der Wunsch, die Ehe zu scheiden, bei beiden Ehegatten nachhaltig ist, dass es also nicht aus einer Laune oder aus einem kurzfristigen Spontanentschluss heraus entstanden ist – dieser Ehescheidungswunsch – , sondern dass beide Ehegatten wirklich darüber nachgedacht haben, ob sie tatsächlich die Ehescheidung möchten oder nicht.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das Trennungsjahr spricht somit für sich selbst und dient zu Feststellungszwecken.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Es ist festzustellen, ob die Ehe gescheitert ist, d.h. letztlich ob die Ehegatten nicht mehr zusammen leben und vor allen Dingen auch prognostisch festzustellen ist, dass sie die Ehe für gescheitert erachten und auch zukünftig nicht mehr zusammen leben wollen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das hat mich immer schon interessiert, was ich jetzt frage, wie läuft denn eine Ehescheidung vor Gericht eigentlich ab, nach dem Einhalten des Trennungsjahres natürlich?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Beide Ehegatten werden zum Scheidungsgesuch eines Ehegattens angehört durch das Gericht. Sie haben vorher schon durch ein Schreiben eines Anwalts mitgeteilt, dass die Scheidungsvoraussetzungen gegeben sind und der Richter fragt sie dann, ob es denn tatsächlich so ist, wie es in dem vorherigen Schreiben mitgeteilt worden ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Da werden ja auch Gründe genannt, welche sind denn da die häufigsten Gründe?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Vielfältig ist es so, dass die Ehegatten sich schlichtweg auseinander leben, dass also die Lebensplanung, die Lebensvorstellung nicht mehr die sind, gemeinschaftlich, wie im Zeitpunkt der Eheschließung. Andere Ehescheidungsgründe oder Trennungsgründe liegen häufig darin, dass Ehebruch begangen worden ist oder aber unüberbrückbare Differenzen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das kenn ich – unüberbrückbare Differenzen kennt man zumindest aus der Regenbogenpresse, wenn sich Promis trennen, denn das ist dann häufig die Begründung und genauso ist es auch bei weniger Prominenten, bei ganz normalen Menschen. Das Scheitern der Ehe, das ist Thema hier bei Radio 90,1 in „Ein Fall für den Anwalt“ – gleich mehr!“

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