Sachverständige: Ablehnung & Kosten

Sachverständige: Ablehnung & Kosten

  • Frau Gormanns:
    „Das Gericht trifft Auswahl und Entscheidung, ob und welchen Sachverständigen es einschaltet zur Klärung bestimmter fachlicher und sachlicher Umstände. Hermann-Martin Klein, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner – kann man denn als Betroffener auch die Auswahl des Gerichts ablehnen, also einfach sagen: „den Sachverständigen XY möchte ich nicht haben?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Der Richter behilft sich ja in diesem Fall zur Entscheidungsfindung mit einem Sachverständigen und ich habe daher gegenüber dem Sachverständigen dieselben Ablehnungsrechte, wie auch zum Beispiel gegenüber einem Richter, die so genannten Befangenheitsgründe!“
  • Frau Gormanns:
    „Was kann das denn alles sein, Herr Klein?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Sei es, dass zum Beispiel der Sachverständige verwandtschaftliche Beziehungen zu der Gegenseite hat oder dass mir seine fachliche Kompetenz schon mehrfach zweifelhaft gewesen ist, dann kann ich ihn ablehnen.“
  • Frau Gormanns:
    „Muss das Gericht denn einer solchen Ablehnung auch wirklich nachkommen oder kann das Gericht sagen, ignoriere ich einfach!?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Also wenn es um ausschließlich fachliche Gründe geht, könnte sich das Gericht möglicherweise über den Wunsch der ein oder anderen Partei hinwegsetzen und sagen: „nein, wir haben so gute Erfahrungen mit diesem Sachverständigen gemacht, der wird jetzt bestellt und der soll entscheiden!“ Gut beraten ist damit ein Gericht sicherlich nicht.“
  • Frau Gormanns:
    „Warum das?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Wenn eine Seite schon ein gewisses Bauchgrimmen mit diesem Sachverständigen hat, dann sollte das Gericht lieber sagen: „ok, dann nehmen wir eben einen anderen, mit dem beide Parteien glücklich werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Und das tut dann allen gut, oder?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Ganz genau, allein um die Stimmung im Prozess nicht unnötig zu belasten, sollte man derartigen Wünschen eigentlich nachkommen. Erst wenn eine Partei mehrere Sachverständige nacheinander abgelehnt hat, könnte man ja vielleicht auf die Idee kommen, er will nur den Prozess verzögern, und dann muss das Gericht auch einmal Stärke zeigen und sagen: „jetzt setzen wir uns mit einem Sachverständigen durch und dieser wird jetzt gehört!“
  • Frau Gormanns:
    „Haben Sie das in Ihrer Praxis schon einmal erlebt, also die Ablehnung eines vom Gericht berufenen Sachverständigen?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Ich habe eigentlich erst ein einziges Mal einen Sachverständigen abgelehnt, weil das Gericht in Mönchengladbach für eine ganz kfz-spezifische Angelegenheit einen Sachverständigen aus Düsseldorf bestellen wollte. Ich habe einfach mit der Argumentation: „wir haben in Mönchengladbach genügend Sachverständige und wozu muss man dann noch Fahrtkosten bezahlen?“ beantragt, einen anderen zu beauftragen und dem Antrag ist das Gericht dann auch gefolgt!“
  • Frau Gormanns:
    „Jetzt ist so ein Sachverständiger ja generell kein Schnäppchen. In welchem Rahmen liegen denn die Zahlungen, die Honorare für ein Sachverständigengutachten?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Diese Sachverständigen werden nach einem Stundensatz vergütet, aber für ein völlig durchschnittliches Gutachten muss ich heutzutage sicherlich mit 1.000 € und mehr rechnen.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das ist der völlig normale Preis für ein völlig normales, durchschnittliches Gutachten, teurer geht aber für kompliziertere Sachverhalte immer. Wer zahlt das Honorar denn für den Sachverständigen, Herr Klein?“
  • Rechtsanwalt Klein:
    „Ganz am Ende zahlt dies derjenige, der den Prozess verliert, oder wenn man sich im Rahmen des Prozesses hinterher miteinander vergleicht, dann werden auch die Kosten des Sachverständigen entsprechend diesem Vergleich verteilt.“
  • Frau Gormanns:
    „Schön, wenn man dann eine gute Rechtsschutzversicherung hat, die diese Kosten mitträgt und mehr dazu gleich nach den Lokalnachrichten hier bei uns, bei Radio 90,1 nach halb Sieben!“

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