Reiserecht Neuerungen (4)

Reiserecht Neuerungen (4)

  • Frau Gormanns:
    „Radio 90,1 mit ‚Ein Fall für den Anwalt‘, gleich 10 Minuten vor 7 Uhr! Eben haben wir gehört, was bei Bahnverspätungen geltend gemacht werden kann und was vor allem nicht und wie da die Richtlinien sind und auch anders lauten. Frank Raupach, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher, Maubach & Partner hier in Mönchengladbach – was ist, wenn Personenschäden bei einer Bahnreise vorliegen, also wenn jemand zu Schaden kommt?“
  • Rechtsanwalt Raupach:
    „Ja, das ist auch geregelt. Bei Personenschäden und Tötung haftet das Bahnunternehmen ebenfalls anhand der vorerwähnten Verordnung. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach dem nationalen Recht. Das würde dann in diesem Falle hier nach deutschem Recht gehen, nach den üblichen rechtlichen Regelungen, aber auch da sind die Ansprüche ausgeschlossen, wenn der Unfall auf Umständen beruht, auf die die Bahn keine Einwirkungsmöglichkeit hat – der Reisende, der den Unfall selbst verschuldet hat oder der Unfall durch einen Dritten verursacht wurde, auf den die Bahn ebenfalls keinen Einfluss hat, zum Beispiel Attentate oder so etwas.“
  • Frau Gormanns:
    „Was ist, wenn mein Koffer weg ist?“
  • Rechtsanwalt Raupach:
    „Ja, da sind ähnliche Regelungen wie das für den Flugverkehr geltenden Montreal Übereinkommen. Hier ist auch eine Schadensersatzquote geregelt bis zu 1.350,00 €, wenn der Reisende die genaue Höhe des Schadens nachweisen kann.“
  • Frau Gormanns:
    „Also, das bedeutet Quittungen und Belege zum Inhalt des Koffers bringen – also für jedes Unterhöschen, für jedes Paar Socken. Ansonsten gibt es pauschal 350,00 € je verlorengegangenem oder beschädigtem Gepäckstück. Die Bahn hat für alle Fälle ein Formular entwickelt, das dann im Reisezentrum im Bahnhof ausgefüllt werden kann und dann wird gegebenenfalls der Betrag schon dort vor Ort ausgezahlt. Wichtig, Verspätungen muss man vorab quittieren lassen, also bei der Bahn – eben schon einmal gesagt – ist das alles ein Ticken kompliziert. Noch eine kleine Ergänzung haben wir, denn aktuell sind ja auch Reisen mit dem Fernbus sehr in, wie sind denn da die Regelungen, Herr Raupach?“
  • Rechtsanwalt Raupach:
    „Da gibt es also auch eine EU-Verordnung. Da werden Entschädigungen bezahlt bei Fernbusfahrten ab 250 km, bei Verspätungen von 120 Minuten kann man Fahrpreiserstattung oder Weiterbeförderung verlangen, bei Verspätungen bis zu 90 Minuten kann man zusätzlich auch Verpflegung und möglicherweise auch Hotelübernachtung verlangen. Das gilt aber nur dann, wenn die Busfahrt planmäßig drei Stunden überschreitet.“
  • Frau Gormanns:
    „Also gibt es hier ähnliche Regelungen wie auch im Bahnverkehr, es ist immer gestaffelt an die Zeit der Verspätung, ob man etwas bekommt oder nicht und wenn ja, wieviel!“
  • Rechtsanwalt Raupach:
    „Jedenfalls aber muss das Busunternehmen den Reisenden aber spätestens 30 Minuten nach Reiseantritt darüber informieren, ob eine Verspätung eintritt oder nicht, damit man sich entscheiden kann, ob man weiter mitfährt oder Ansprüche geltend macht.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und wenn Sie jetzt eine Reise planen, dann hoffen wir einfach einmal, dass für viele Urlauber alles glatt geht, dass Sie so das „ab in den Urlaub“ genießen können und den Urlaub selber natürlich auch und gewappnet sind, wenn dann doch etwas passiert, auf jeden Fall handeln können. Vielen Dank an Frank Raupach, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach.“
  • Rechtsanwalt Raupach:
    „Ich bedanke mich, auf Wiederhören!“

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