Patientenverfügung

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Markus Bungter, Fachanwalt für Familienrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in unserer Stadt. Anders als bei der Vorsorgevollmacht, um die wir uns ja gerade eben gekümmert haben, ist es bei der Patientenverfügung. Das ist jetzt Thema – man kann ja auch durchaus sagen, man kann eine Vorsorgevollmacht ohne Patientenverfügung ausstellen oder ausstellen lassen und auch umgekehrt!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Richtig. Eine Patientenverfügung stellt einen Willen zu bestimmten medizinischen Optionen dar, das heißt, der Patient kann nicht mehr selber in eine bestimmte Behandlung, lebenserhaltende Maßnahmen zum Beispiel, Bluttransfusionen und ähnlichen, einwilligen, weil er zum Beispiel bewusstseinsgestört oder bewusstlos ist und hat aber vorher festgelegt in einer so genannten Patientenverfügung, wie für solche Fälle gehandelt werden soll ärztlicherseits.“
  • Frau Gormanns:
    „Eine Patientenverfügung sollte immer nur eine Anweisung für Ärzte und medizinisches Personal enthalten, sonst nämlich nichts. Patientenverfügungen gibt es ja auch im Internet und zwar sehr, sehr vielfältige, von den verschiedensten Organisationen.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Und da haben schlichtweg verschiedene Organisationen, die solche Vordrucke herausgeben, verschiedene Einstellungen zum Leben und verschiedene Wertigkeiten, die sie im Rahmen von medizinischen Behandlungen nach vorne stellen oder zurückstellen und deshalb muss man in dem Bereich erst einmal schauen, ist das, was in dieser Patientenverfügung ausgedrückt wird, das, was ich mir vorstelle!“
  • Frau Gormanns:
    „Wenn man das für sich selber herausgefunden hat, was für einen persönlich wichtig ist, dann hilft eben nicht der Anwalt, sondern eben der Arzt, zum Beispiel der Hausarzt, zu dem man ja sowieso ein Vertrauensverhältnis hat – unser Thema eben jetzt die Patientenverfügung. Um diese, für die man sich eben entschieden hat, richtig ausfüllen zu können, braucht es den ärztlichen Rat – haben wir eben schon gehört – aber ohne den kommen wir auch gar nicht weiter, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Nur, wenn ich mich damit auseinandersetze und versuche, den Sinn dessen zu erfassen, kann ich auch erklären: „Ja, das möchte ich oder nein, das möchte ich eben nicht!“ Gerade im Rahmen einer medizinischen Behandlung – wenn im Formular wiedergegeben ist, keine Wiederbelebungsmaßnahmen, muss man natürlich erst einmal wissen, was ist eine Wiederbelebungsmaßnahme, wann fängt das an, was ist denn auf jeden Fall eine Wiederbelebungsmaßnahme?“
  • Frau Gormanns:
    „Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht – um die es ja eben in der Sendung ging – liegt die Patientenverfügung aber doch sicherlich nicht beim Register der Bundesnotarkammer, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Doch, auch die Patientenverfügung kann im Bundesnotarregister, also beim Register der Bundesnotarkammer, Vorsorgeregister heißt es, erfasst werden. Auch das ist sehr sinnhaft. Gerade da, wo Menschen schwer verunglücken, eine schwere Körperverletzung erleiden und in ein Krankenhaus eingeliefert werden, habe die Mediziner da die Möglichkeit, wenn sie einen Hinweis darauf kriegen, dass eine solche Patientenverfügung vorliegt, sich über die Bundesnotarkammer dann mit dem Bevollmächtigten, der für eine solche Patientenverfügung einstehen soll, der sich darum kümmern soll, dass diese vielleicht auch umgesetzt wird, in Verbindung zu setzen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das macht schon Sinn, also auch eine Patientenverfügung dort zu hinterlegen. Muss ich denn dazu einen Notar aufsuchen?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Auch das können Sie wiederum selber anmelden über das Formular der Bundesnotarkammer. Dieses kann man sich im Internet auf der Homepage der Bundenotarkammer herunterladen und ausdrucken, um dorthin anzuzeigen, dass man auch eine Patientenverfügung erstellt hat.“
  • Frau Gormanns:
    „Ist das nicht der Fall, dann muss man die Patientenverfügung natürlich dabei haben, wenn man sich zum Beispiel einer bestimmten Behandlung unterzieht und ins Krankenhaus geht zu einer Operation.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ja, eine Patientenverfügung sollte man mit sich führen, zum Beispiel, wenn man ins Krankenhaus geht, da es auch bei aller ärztlicher Heilkunst und Sorgfalt heutzutage selbstverständlich zu Komplikationen kommen kann, die schicksalhaft sind und dann kann unter Vorlage der Patientenvollmacht der Arzt im Krankenhaus schon einmal das umsetzen, was man sich selber vorstellt.“
  • Frau Gormanns:
    „Und da muss man natürlich auch noch wissen, dass man auch da, wenn man Bevollmächtigter ist bei einer Patientenverfügung, das gewissenhaft ausfüllen sollte beziehungsweise man als jemand, der eine Patientenverfügung mit einem Bevollmächtigten bestückt, diesen Bevollmächtigten ganz gewissenhaft aussuchen sollte, denn auch hier gilt, dass der Bevollmächtigte eben eine Person sein sollte, die absolutes Vertrauen genießt und von der man weiß, dass sie im Sinne des Patienten handelt und dessen Wünsche kennt und die dann auch den Ärzten gegenüber vorbringt. Und damit sind wir am Ende unserer Sendung, Markus Bungter Fachanwalt für Familienrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner – ich sage „Tschüss, schönen guten Abend und haben Sie einen schönen guten Abend, das wollte ich sagen!“

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