Pflichtteil (4)

Interview

  • Frau Gormanns:
    "Zur Berechnung des Pflichtteils werden auch per Nießbrauch belebte Immobilien hinzugezogen, das haben wir eben gehört. Ralf Maus, Fachanwalt für Erbrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten in unserer Stadt, was ist denn eigentlich mit einem vereinbarten Wohnrecht?"
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Wohnrecht ist halt das Recht nur zu Wohnzwecken die Wohnung selber zu nutzen. In der Regel ist das Wohnrecht nicht übertragbar, wenn nicht was anderes vereinbart ist. Und da gibt es jetzt eine neue Entscheidung die sagt, dass auch beim Wohnrecht grundsätzlich die Abschmelzung gilt."
  • Frau Gormanns:
    "Ausnahme, wenn nämlich das Wohnrecht das gesamte Haus betrifft. Welches Ziel haben denn nun Wohnrecht oder auch der eben erklärte Nießbrauch, Herr Maus?"
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Mit dem Ziel Pflichtteilsansprüche zu reduzieren. Rechtlich ausgeurteilt ist es, dass es beim Nießbrauchsrecht nicht funktioniert. Das Wohnrecht eröffnet halt jetzt die Möglichkeit, den Pflichtteilsanspruch zu reduzieren, wenn das Wohnrecht halt sich auf Teile des Hauses oder der Wohnung bezieht."
  • Frau Gormanns:
    "Also da sollte man sich schlau machen. Schwierig wird es immer dann, wenn man den Pflichtteilsanspruch, wie auch immer und warum auch immer, minimieren möchte und eben dem Pflichtteilsberechtigten einfach weniger zu zahlen hat dann im Erbfall."
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Der Pflichtteilsanspruch hat auch eine Stütze im Grundgesetz in Art. 14, also in der Eigentumsgarantie gefunden und der Gesetzgeber ist davon ausgegangen, dass dieses Pflichtteil dem Pflichtteilsberechtigten verbleiben soll und die Umgehung ist halt immer relativ schwierig und manchmal führt es dann halt auch zu Konstruktionen, die etwas komplexer wirken."
  • Frau Gormanns:
    "Wichtig ist es deshalb, sich zu informieren und beraten zu lassen wenn man als Pflichtteilsberechtigter nicht bedacht worden ist beim Erben. Ist das nicht eher selten hier, dass sowas vor Gericht dann auch ausgetragen wird?"
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Das kann man so nicht sagen. Also, wir machen häufig Pflichtteilsansprüche geltend, auch schon mal gegen die eigenen Eltern."
  • Frau Gormanns:
    "Herr Maus, wer zahlt denn die ganze Chose bis der Pflichtteil dann irgendwann doch ausgezahlt wird."
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Also, das Informationsgespräch oder erste Beratungsgespräch beim Anwalt trägt in der Regel der Rechtsschutzversicherer, wenn man denn rechtsschutzversichert ist. Ansonsten sind die Kosten für die Erstberatung gesetzlich der Höhe nach begrenzt. Diese liegen bei 190 € zuzüglich Mehrwertsteuer."
  • Frau Gormanns:
    "Und wenn dann der Anwalt noch weiter berät oder beraten muss?"
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Wenn der Anwalt tätig werden soll nach Außen hin, das heißt er schreibt einen Brief an den Pflichtteilsberechtigten oder an den Erben, entsteht eine Geschäftsgebühr, die nicht mehr von der Erstberatung umfasst ist, da trägt dann der Pflichtteilsberechtigte zunächst einmal selbst die Kosten."
  • Frau Gormanns:
    "Das geht aber auch anders!"
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Es sei denn, dass der Erbe sich in Verzug befindet, das heißt der Erbe muss zur Auskunft aufgefordert sein und angemahnt worden sein, dann trägt er auch den Schadensersatz und zum Schadensersatz gehört die Kosten der Rechtsverfolgung."
  • Frau Gormanns:
    "Also ich merke wieder so eine Erstberatung beim Anwalt ist wirklich der richtige Weg, weil man dann nämlich auch weiß, wie es weitergeht und der Anwalt klärt einen auf, wer denn was zu zahlen hat und das ist man nicht immer selber, Gott sei Dank. Vielen Dank auf jeden Fall, Herr Maus, fürs Aufklären. Auch Ihnen schönes neues Jahr und einen schönen Abend."
  • Rechtsanwalt Maus:
    "Ja, ich bedanke mich auch ganz herzlich. Tschüss."

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