Karneval und Autofahren (4)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Viertel vor sieben haben wir bereits durch – wer einen Unfall im Straßenverkehr hat an Karneval oder auch in den restlichen vier Jahreszeiten, eins gilt immer – Oliver Maubach, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Eine Regel gilt immer und zwar, dass ich nicht verpflichtet bin gegenüber der Polizei eine Aussage zu machen. Meist bei Alkoholfahrten ist das auch eine sinnvolle Regel, wo ich empfehlen würde, diese einzuhalten.“
  • Frau Gormanns:
    „Also im Nachgang dann den Anwalt einschalten…“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Im Zweifel sollte man in diesen Fällen dann im Nachgang einen Rechtsanwalt einschalten und der kann sich dann erst einmal Akteneinsicht verschaffen und dann kann gemeinsam entschieden werden, ob eine Aussage gemacht werden soll, muss oder ob dies nicht der Fall ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Man meint ja vielleicht am Unfallort, man müsste sich immer noch rechtfertigen, der Polizei etwas erklären, sich entschuldigen aber das kann es oft nur viel schlimmer machen.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, alle Entschuldigungen vor Ort sind erst einmal falsch beziehungsweise nicht hilfreich im weiteren Fortgang des Verfahrens.“
  • Frau Gormanns:
    „Ist der Führerschein erst einmal weg, dann muss man sich in Geduld üben.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, das ist eigentlich eine ganz wichtige Erkenntnis. Wenn der Führerschein einmal entzogen ist, dann sollte man sich insbesondere bei Alkoholfahrten erst einmal in Geduld üben. Diese Verfahren dauern, warum auch immer, sehr lange, sprich 5, 6, 7 Monate bevor man etwas von der Behörde, vom Gericht hört!“
  • Frau Gormanns:
    „Da kann man gar nicht viel machen, oder?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Man kann gegen die vorläufige Entziehung beziehungsweise Sicherstellung des Führerscheins zwar Rechtsmittel einlegen, allerdings wird damit im Zweifel nur die vor Ort vorgenommene Entscheidung betoniert, würd ich mal sagen. Die Richter hören sich dann an, was die Polizisten zu sagen haben, was dort festgestellt ist und wenn dann ein Gericht schon einmal gesagt hat, der Führerschein bleibt in amtlicher Verwahrung, dann wird es umso schwerer ihn nachher zurückzubekommen.“
  • Frau Gormanns:
    „Bei Alkoholfahrten, um die es ja hier in der Sendung maßgeblich geht, ist der Führerschein ja auch direkt weg, um eben die Gefahr der Allgemeinheit fernzuhalten. Ich möchte jetzt aber trotzdem kurz einmal weg vom Alkohol – wer sich nämlich an Karneval exotisch verkleidet, der muss auch beachten, dass er als Frosch oder Hühnchen auf jeden Fall ein Fahrzeug führen darf, das ist ja schon einmal etwas Positives.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Unter Umständen hat man sogar Glück, wenn man im kostümierten Zustand geblitzt wird. Die Behörde muss ja ermitteln, wer gefahren ist – es wird wohl selten ein Bußgeldbescheid an einen Frosch versandt – daher kann die Verkleidung dazu führen, dass nicht ermittelt werden kann, wer gefahren ist und somit würde man dann einem Bußgeld sogar entgehen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist ja eine schöne Idee, kann aber für den Fahrzeughalter im Nachgang ganz schön anstrengend werden.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, das ist im Zweifel nur ein kurzer Sieg, den man da errungen hat, denn die Führerscheinbehörde kann dann einen Bescheid erlassen, indem mir aufgegeben wird, Fahrtenbuch zu führen – mindestens für 6 Monate. Das ist natürlich ein erheblicher Aufwand und da muss man sich dann einfach überlegen, ist es das wert, den Fahrer nicht zu benennen oder doch – aber das ist dann eine Abwägungssache.“
  • Frau Gormanns:
    „Es geht aber wie immer viel, viel schlimmer – man sollte beachten, wie man sich kostümiert!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Also wenn ich durch das Kostüm, was ich getragen habe, einen Unfall verursache, dann könnte ich wieder erhebliche Probleme mit der Versicherung bekommen. In dem Fall, wo ich einen Unfall verursache, könnte die Versicherung sagen, durch ein Verschulden und zwar dass ich nicht ordnungsgemäß fahren konnte, ist der Unfall verursacht worden und darum ist man regresspflichtig. Bei der Vollkaskoversicherung – auch da haben wir wieder eine Obliegenheitsverletzung unter Umständen, die dazu führen kann, dass der Schaden an meinem Fahrzeug nicht ersetzt wird.“
  • Frau Gormanns:
    „Weil das Kostüm mich eben behindert um den Rückblick oder überhaupt zu lenken – ähnlich, wie wir das eben schon einmal hatten – eigenverschuldeter Unfall, der kann zu Rückzahlungen an die Haftpflicht- bzw. auch an die Vollkaskoversicherung führen. So, jetzt kann er kommen, der Karneval, Herr Maubach, halt Pohl, schönen Abend noch und schönen Dank für das Gespräch!“

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