Karneval und Autofahren (3)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Der erste Montag im Monat hier bei Radio 90,1 und das heißt „ein Fall für den Anwalt“ – Oliver Maubach, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach. Das neue Punktevergabesystem für Verkehrssünder, im Fahreignungsregister in Flensburg ist ja alles hinterlegt, das war eben unser Thema. Es gibt weniger Punkte für die einzelnen Vergehen als früher, das klingt ja erst einmal super positiv.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, das hört sich erst einmal gut an. Früher wurde der Führerschein erst bei 18 Punkten entzogen, heute passiert das schon bei 8 Punkten. Das ist der Unterschied! Entsprechend ist dann auch die Reduzierung einhergegangen, wobei man sagen muss, dass wahrscheinlich rein statistisch gesehen, jetzt der Führerscheinentzug wahrscheinlicher ist als vorher.“
  • Frau Gormanns:
    „Das neue System bringt aber auch Positives, oder?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Vorteilhaft ist an dem neuen System, dass alle einzuhaltenden Punkte für sich verjähren. Der normale Verstoß, also für einen Punkt verjährt für sich gesehen innerhalb von 2,5 Jahren, danach wird er dann aus dem Register entfernt und die Entfernung wird nicht mehr dadurch erkannt, dass neue Punkte hinzukommen.“
  • Frau Gormanns:
    „Jetzt hatten wir einen kleinen Exkurs ins neue Punktesystem, aber eigentlich ist ja unser Thema Fahren und Alkohol gerade an Karneval vielleicht dann doch ein bisschen verführerischer als sonst – den haben wir ja in zehn Tagen, den Karneval. Es gibt Menschen, die fahren gerne mit dem Auto und auch gerne alle Freunde nach Hause nach der Karnevalsparty zum Beispiel. Wenn ich als Beifahrer zu einem alkoholisierten Fahrer ins Auto steige, welche Folgen kann das denn haben?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Vielleicht passierte das auch jetzt in der Karnevalszeit, man trinkt zusammen auf einer Karnevalsfeier und einer erklärt sich bereit, mit dem man gerade noch gut angestoßen hat – „hör mal, ich kann noch Auto fahren“. Wenn man sich als Beifahrer dazusetzt und verletzt wird, und zwar durch einen Fehler, den der Fahrer begangen hat, dann muss man sich eine Mitschuld anrechnen lassen.“
  • Frau Gormanns:
    „Hierzu gibt es ja auch ein recht aktuelles Urteil!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Das OLG Karlsruhe hat in einem solchen Fall, wo der Fahrer gemeinsam mit dem Beifahrer losgefahren ist und von der Straße abgekommen ist, der Beifahrer hat sich dabei erheblich verletzt und dieser dann gegen den Fahrer vorgegangen ist, gesagt: „lieber Beifahrer, Du musst Dir hier eine Kürzung Deiner Ansprüche von 1/3 entgegen halten lassen, weil Du wusstest, dass Dein Fahrer betrunken ist. Dann darfst Du nicht mit einsteigen und somit bist Du an dem Unfall selber mit schuld.“
  • Frau Gormanns:
    „Wie sieht es denn eigentlich mit der Versicherung des Fahrzeuges aus, also egal, ob man jetzt als Beifahrer zu einem, der getrunken hat, ins Auto steigt und davon weiß oder ob man selber derjenige ist, der Alkohol getrunken hat. Ist das Fahrzeug bei einer solchen Alkoholfahrt überhaupt ordentlich versichert?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Versichert ist ein solches Fahrzeug schon ganz normal, denn die Haftpflichtversicherung, über die wir gerade sprechen, soll ja Schäden ersetzen, die ich mit meinem Fahrzeug einem anderen zugefügt habe. Das heißt, dass die Haftpflichtversicherung auch bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss die Schäden des Gegners grundsätzlich reguliert.“
  • Frau Gormanns:
    „Also grundsätzlich reguliert, das heißt aber eigentlich nichts…“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Das Problem, was ich als alkoholisierter Fahrer allerdings habe, ist, dass die Versicherung dann an mich herantreten kann – und das tut die Haftpflichtversicherung ja normalerweise nicht – und von mir Regress fordern kann. Dieser Regress ist in der Kfz-Haftpflichtversicherung auf höchstens 5.000 € begrenzt, nichts desto trotz sind 5.000 € ja auch eine Menge Geld“
  • Frau Gormanns:
    „Und wie verhält sich das bei der Vollkaskoversicherung, also bei der Regulierung der Schäden am eigenen Fahrzeug?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Ja, hier kann die Vollkaskoversicherung mir entgegen halten, dass eine Leistung nicht erbracht wird und zwar habe ich dann, wenn ich alkoholisiert einen Unfall verursache, an meinem eigenen Fahrzeug einen Schaden verursache, eine Obliegenheit verletzt und mit dieser Obliegenheitsverletzung kann die Versicherung dann einwenden, dass aus der Vollkaskoversicherung keinerlei Zahlungen erfolgen.“
  • Frau Gormanns:
    „Eine Grundregel gilt übrigens immer, wenn man einen Unfall hat im Straßenverkehr mit einem Fahrzeug – immer schön schweigen, egal ob man ins Röhrchen pusten muss oder nicht – gleich mehr dazu, hier nach dem besten Mix.“

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