Karneval und Autofahren (1)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Radio 90,1 sieben Minuten nach sechs – hier ist „ein Fall für den Anwalt“. Wer an den Karnevalstagen im Straßenverkehr unterwegs ist, der sollte immer und ohne Ausnahme beachten, Alkohol am Steuer geht gar nicht – Oliver Maubach, Fachanwalt für Verkehrsrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach – schönen guten Abend!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Guten Abend Frau Gormanns, hallo liebe Hörer!“
  • Frau Gormanns:
    „Don`t drink and drive, das ist ja generell das geflügelte Wort im Straßenverkehr – die erlaubten Promillegrenzen, die sollten eigentlich bekannt sein, sind es aber dann oft doch nicht. Prinzipiell muss man aber erst unterscheiden, wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, das heißt, wieviel Erfahrung derjenige hat beziehungsweise wie alt derjenige ist.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Also bei den Menschen, die gerade den Führerschein haben, also ihn auf Probezeit haben und/ oder unter 21 Jahre sind, ist es ganz einfach: die müssen nüchtern fahren!“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und wenn das dann doch einmal anders ist, egal ob das jetzt an Karneval oder an den nicht jecken Tagen?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Wenn tatsächlich Alkohol im Spiel ist, dann muss ein Führerscheininhaber auf Probe oder unter 21 Jahren mit einem Bußgeld von 500,00 € und zwei Punkten rechnen und, das ist das Ärgerliche an der Sache, er bekommt eine Probezeitverlängerung neben Punkten, die natürlich auch in Flensburg eingetragen werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist aber noch längst nicht Alles!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Der Führerscheinanfänger oder bei Führerschein auf Probe bekommt man schon bei dem ersten Vergehen mit Alkohol ein Aufbauseminar aufgebrummt – möchte ich einmal sagen. Sollte dann ein solcher schwerwiegender Verstoß nochmals auftreten, dann ist hier auch der Führerschein direkt wieder weg und man bekommt auch eine Sperre auferlegt, innerhalb dieser man keinen neuen Führerschein bekommt!“
  • Frau Gormanns:
    „Wie sieht das denn bei denen aus, die über 21 Jahre sind beziehungsweise den Führerschein bereits länger haben, ab welcher Promillegrenze wird es denn bei dieser Personengruppe richtig blöd?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Richtig doof wird es ab 0,5 Promille, da droht dann demjenigen, der erwischt wird, 500,00 € Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg, hinzukommt noch ein Fahrverbot von einem Monat. Hinzuweisen ist allerdings darauf, dass das alles für den Ersttäter gilt. Wer mehrfach erwischt wird, der kann auch härter bestraft werden, dann wird das Bußgeld erhöht und auch das Fahrverbot gegebenenfalls verlängert.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das mit der härteren Bestrafung gleich geachteter Folgetaten das ist ja sowieso immer die übliche Gangart, oder, Herr Maubach?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, es gibt halt Regelbußen, die vorgegeben sind. Diese gelten aber nur für Ersttäter, sofern man häufiger auffällig wird, können die Sachen auch alle erhöht werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Bei unterirdisch hohen Promillezahlen wird aus der Buße auch schnell eine waschechte Straftat.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Es ist eine Straftat dann, wenn man mit mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut erwischt wird. Dann wird auch im Fahreignungsregister ein Eintrag vorgenommen von drei Punkten, es gibt aber nicht nur ein Fahrverbot, sondern es wird sogar die Fahrerlaubnis entzogen und ein Entzug zur Fahrerlaubnis hat immer zur Folge, dass man mindestens sechs Monate keinen Führerschein mehr hat.“
  • Frau Gormanns:
    „Und dann ist der Lappen wirklich weg.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Man muss auch den Lappen neu beantragen bei der Führerscheinbehörde.“
  • Frau Gormanns:
    „Aha, und noch mehr…!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Ja, unter Umständen kann die Führerscheinbehörde von einem verlangen, dass man ein medizinisch psychologisches Gutachten, den Idiotentest, macht, um den Führerschein wieder zu bekommen. Immer Voraussetzung ist dies ab 1,6 Promille aber die Führerscheinbehörde hat ein Ermesse und kann, je nachdem wie man sich im Vorfeld verhalten hat, schon bei 1,1 Promille eine MPU verlangen.“
  • Frau Gormanns:
    „Wer sich in den Karneval stürzt in den nächsten Tagen, der ist am besten ohne Fahrzeug unterwegs und wenn er auf das ein oder andere alkoholische Getränk nicht verzichten mag, dann ist das die einzig geltende Regel. Mehr zum Thema hören Sie gleich hier bei uns, bei Radio 90,1. Die vollständigen Interviews mit dem Fachanwalt für Verkehrsrecht Oliver Maubach haben wir alle vor der Sendung aufgezeichnet.“

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