Handhabung Geschenkgutscheine (1)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Ein gern geschenktes und auch ein gern angenommenes Geschenk zu Weihnachten ist ein Gutschein und der Beschenkte kann sich dann selber etwas Schönes und auch passendes aussuchen. Im Studio hier bei mir ist Thomas Müting, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach. Rechtlich formuliert, Herr Müting, klingt ja die Definition eines Geschenkgutscheins total wissenschaftlich, können Sie einmal bitte definieren, was ein Geschenkgutschein ist?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ein Geschenkgutschein ist das Versprechen des Ausstellers eine gewisse Leistung an denjenigen zu erbringen, der Inhaber dieses Gutscheines ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Und das heißt jetzt im Klartext?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Der Gutschein ist also ein Versprechen einer bestimmten Leistung an denjenigen, der den Gutschein zur Einlösung vorlegt.“
  • Frau Gormanns:
    „Wie muss man denn so einen Gutschein genau gestalten? Muss da zum Beispiel eine Unterschrift drauf sein?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Eine Unterschrift muss nicht unbedingt erforderlich sein. Allerdings muss aus diesem Gutschein erkennbar sein, dass es sich um einen Gutschein der entsprechenden Firma oder des entsprechenden Händlers handelt. Entsprechend muss der Nachweis in irgendeiner Form geführt werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Da steht ja jetzt immer ein Euro-Betrag drauf, also zum Beispiel ein Gutschein für 50,00 €, sag ich jetzt mal, 30,00 € – aber außer dem Wert muss da nicht noch etwas anderes drauf stehen?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Meistens haben diese Gutscheine ja entsprechende Embleme der entsprechenden Firmen aufgedruckt und aus diesem Aufdruck ergibt sich dann eben, wer dieser Verpflichtete ist.“
  • Frau Gormanns:
    „So ein Gutschein ist ja etwas richtig feines, kann ich mir eigentlich auch jetzt einfach das Geld auszahlen lassen, also geben lassen, statt eine entsprechende Ware beim Einlösen im Geschäft und mir dann woanders etwas ganz anderes kaufen, geht das?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ja, solche Fälle kommen immer mal wieder vor. In dem eben benannten Beispiel der lieben Heide ist es ja öfters so, dass der Paul sagt: „ich wollte aber gar keinen Pullover oder Kleidungsstück, sondern will lieber ein Smartphone erwerben“ und geht dann eben zu dem entsprechenden Händler und möchte das Geld zurückerhalten. Einen solchen Anspruch in der Regel habe ich nicht, es sei denn, es ist irgendwo auf dem Gutschein oder in den dazugehörigen Bedingungen vereinbart.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das ist gar nicht so einfach, das zu kriegen, das Geld?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ich habe also keinen Rechtsanspruch auf Auszahlung des entsprechenden Geldwertes, eine Ausnahme ist allerdings dann zu machen, wenn der Aussteller die Leistung nicht mehr erbringen kann. Dann würde ich natürlich einen entsprechenden Entgeltanspruch erwerben.“
  • Frau Gormanns:
    „So, das heißt, es gibt auch Ausnahmesituationen!“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Wenn das Produkt nicht mehr produziert wird oder nicht mehr nachbestellt werden kann, dann liegt ein Fall der Unmöglichkeit vor, wie der Jurist sagt, dann habe ich aber immer noch meinen Gutschein, der einen bestimmten Wertbetrag letztendlich ausweist und dann kann ich den entsprechenden Gegenwert geltend machen, wenn der Aussteller die Ware nicht mehr liefern kann.“
  • Frau Gormanns:
    „So, mir fällt jetzt ein hübsches, zugegebenermaßen etwas selbst konstruiertes Beispiel ein – aber ich trage das jetzt einfach mal so vor – ich habe einen Geschenkgutschein einer Buchhandlung, zum Beispiel, und möchte ein ganz bestimmtes Buch haben, das auch auf dem Geschenkgutschein steht, aber die Buchhandlung kann genau dieses Buch nicht mehr liefern, weil es vergriffen ist oder nicht mehr aufgelegt ist, kriege ich denn dann den Geldbetrag ausgezahlt?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Wenn der Geschenkgutscheininhalt, also genau dieses Buch, Inhalt dieses Geschenks sein soll, dann würde ich einen entsprechenden Geldanspruch bekommen.“
  • Frau Gormanns:
    „Also gibt es doch diese eine Möglichkeit.“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Meistens ist es aber ja so, dass der Gutschein einen bestimmten Wertbetrag für den Erwerb von Büchern oder Waren des entsprechenden Händlers enthält, wenn also Ware vorhanden ist, die von dem Gutschein umfasst ist, dann muss ich mich zunächst einmal bemühen, meine Ware einzutreiben.“
  • Frau Gormanns:
    „Das heißt, ich muss mir etwas anderes aussuchen, was mir eben auch gefällt das dann, in unserem Beispiel, das Buch gegen den Gutschein eintauschen. Mehr zum rechtlichen Hintergrund beim Einlösen von Geschenkgutscheinen zu Weihnachten gleich hier.“

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