Die Erbengemeinschaft

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Radio 90,1 am Montagabend mit „Ein Fall für den Anwalt!“ Bei mir im Studio ist Markus Bungter, Fachanwalt für Erbrecht und zwar aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier aus unserer Stadt. Thema „Erben ohne Testament“ – ganz beliebt in diesem Zusammenhang, Rechtsanwalt Bungter, ist die Erbengemeinschaft, was ist denn das überhaupt – eine Erbengemeinschaft?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Eine Erbengemeinschaft entsteht immer da, wo mehrere Personen, also mindestens Zwei, Erben nach dem Verstorbenen geworden sind.“
  • Frau Gormanns:
    „Ja, und in einer Erbengemeinschaft da wird es schon einmal so richtig kompliziert, warum, Rechtsanwalt Bungter?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die Erbengemeinschaft stellen wir uns vor wie ein Bötchen auf einem See, dort sitzen die Erben drin und die Erben müssen dann mit ihrem Bötchen an ein Ufer rudern, um einfach eine Entscheidung zu treffen, was sie mit dem was sie geerbt haben, anfangen und wenn sie sich darüber nicht einig sind und in verschiedene Richtungen mit ihrem Bötchen rudern, dann bleiben sie in der Mitte des Sees stehen und kommen mit der Erbschaft nicht weiter. Das ist die Krux der Erbengemeinschaft, die Erben müssen sich miteinander verständigen, was sie denn mit dem ererbten anfangen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das klingt für mich recht unschön!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die gemeinsame Entscheidung ergibt sich daraus, dass die Erbengemeinschaft auch eine so genannte Gesamthandsgemeinschaft ist, d.h. die Erben erben das, was sie vom Erblasser bekommen zur gesamten Hand, alle zusammen halten es fest und sie können alle gemeinsam miteinander entscheiden, was sie mit dem ererbten anfangen.“
  • Frau Gormanns:
    „Sag ich ja, klingt unschön. Was passiert denn eigentlich wenn sich die einzelnen Personen der Erbengemeinschaft nicht einigen können?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „In solchen Situationen, wo die Erben sich nicht einigen können, muss eine Entscheidung von einem Erben angestrebt werden, indem er versucht, den Nachlassteil, der streitig ist, zu verkaufen. Auch das können dem Grunde nach nur alle gemeinsam und verkaufen heißt in diesem Sinne nur ganz konkret versteigern. Also eine Immobilie müsste dann im Rahmen einer so genannten Teilungsversteigerung durch das Amtsgericht versteigert werden. Dass das natürlich einen sehr geringen Wert bedingt, den man dann am Ende für seine Immobilie erhält, ist klar, aber das ist das Risiko, was die Miterben eingehen, wenn sie sich nicht einigen können.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist aber noch nicht alles, was wirklich gar keinen Spaß macht!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Also die Problematik in dem Bereich taucht auch sehr häufig dadurch auf, dass z. Bsp. Erbschaftssteuer für das Ererbte schon zu zahlen ist und einfach die Liquidität, das Geld nicht vorhanden ist die Erbschaftssteuer zu zahlen, weil der Wert dessen, was man ererbt hat in Steinen, sprich in der Immobilie vorhanden ist und da sind dann Probleme vorprogrammiert.“
  • Frau Gormanns:
    „Wie kommt man denn aus so einer Erbengemeinschaft wieder heraus, kann man da austreten?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Indem man seinen Erbteil abfinden lässt von den anderen Erbteilen oder auch nur von einem, alle müssen allerdings einverstanden sein d.h. letztlich man bekommt einen Geldbetrag oder irgendeinen Nachlassgegenstand zum Eigentum zugeordnet und scheidet dadurch aus der Erbengemeinschaft aus. Hier ist immer zu empfehlen, dass das Ganze schriftlich gemacht wird. Es ist ein Vertrag, den man abschließt, wenn es dabei um Immobilien, um Häuser geht, dann ist sowieso eine notarielle Urkunde notwendig.“
  • Frau Gormanns:
    „Also ich kann mir vorstellen, dass es da viele Streitigkeiten gibt in solchen Erbengemeinschaften, egal worum es geht oder Rechtsanwalt Bungter?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Streitigkeiten in Erbengemeinschaften sind für den Fachanwalt für Erbrecht ein Klassiker. Das kommt regelmäßig vor, denn die Erbengemeinschaft ist ja keine Gemeinschaft, die sich zusammen gefunden hat, weil sie das selber wollte, sondern weil der Erblasser das am Ende so bestimmt hat und immer da, wo man fremdbestimmt zusammentreten muss und etwas gemeinsam regeln muss, ist Streit vorprogrammiert. Wir bemühen uns als Fachanwälte für Erbrecht regelmäßig darum, diesen Streit möglichst sanft und einfach aus der Welt zu räumen, damit alle Beteiligten auch wieder zufrieden ihren Lebensweg gehen können.
  • Frau Gormanns:
    „Man kann aber doch, salopp gesagt, diesen Verein, diese Erbengemeinschaft wieder auflösen, das Erbe zerteilen.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Allen Erben gehört es zunächst insgesamt, wenn man es aufteilen will in einzelne Vermögensbestandteile eines jeden Erben, dann muss man auch eine Teilungsvereinbarung treffen, indem man sagt: jeder bekommt von der Immobilie zum Beispiel ¼, wenn vier Miterben da sind.“
  • Frau Gormanns:
    Also auch hier in so einem Fall hat der Fachanwalt für Erbrecht eine Menge zu tun.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Eine Auseinandersetzungsvereinbarung oder Teilungsvertrag genannt, bedingt, dass die Erbengemeinschaft sich verständigt hat, wer was vom Nachlass bekommen soll. Letztlich ist es eine Vereinbarung der Miterben miteinander, wer was bekommt, wer was bezahlt, was vielleicht noch zu zahlen ist und wie etwas aufgeteilt wird am Ende. Das ist das Ziel letztlich einer jeden Erbengemeinschaft, dass sie auseinandergesetzt wird, dass also der Nachlass unter den Erben gerecht aufgeteilt wird.“
  • Frau Gormanns:
    „Also da kann man nur ganz weise sagen: „viele Wege führen nach Rom und zum Ziel“. Nach dem besten Mix klären wir alles rund um den Erbschein.“

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