Der Traum vom Haus (2)

Interview

  • Frau Clauss:
    „Das Baurecht, das kann ziemlich kompliziert sein. Hans-Jürgen Klaps ist Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht von der KORN VITUS Rechtsanwälten hier bei uns in Mönchengladbach. Sie empfehlen eine Beratung, bevor man irgendetwas unterschreibt.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Würde ich auf jeden Fall empfehlen, denn die Kosten, die dadurch entstehen, sind in der Relation zur Investitionssumme relativ gering. In der Regel max. 0,2 % dessen, was man investiert.“
  • Frau Clauss:
    „Es sind in Regel also so zwischen 400,00 € - 500,00 €, die richtig gut investiert sind und gemessen an der kompletten Summe für’s Haus mit Grundstück inklusive Umbau auch recht gering. So, jetzt haben wir also ein Grundstück und wollen ein Fertighaus drauf setzen. Auch hier gilt im Vorhinein sich von einem Fachanwalt Rat zu holen, denn der Notar muss hier gar nicht mit dabei sein, hier genügt ein privat schriftlicher Bauvertrag.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Da muss man eigentlich auf viel mehr achten als bei dem Notarvertrag. Ich habe ja eben schon mal gesagt, der Notar überprüft ja den Vertragsinhalt, ist an bestimmte Dinge auch gebunden. Das ist bei einem privaten Vertragsabschluss eben nicht der Fall.“
  • Frau Clauss:
    „Ok, ist das schlecht?“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Viele Bauunternehmen und Fertighaushersteller haben vorformulierte Verträge. Und die Erfahrung zeigt, dass diese Verträge in der Regel zugunsten der Unternehmen formuliert sind. Nicht alles, was da drin steht, ist letztlich auch wirksam. Denn wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, können diese Klauseln auch vom Gericht auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Aber das ist ja ein Punkt, wo eigentlich niemand hinkommen möchte, zu einem Rechtsstreit. Man sollte die Dinge daher vorher klären, bevor man seine Unterschrift unter einen Vertrag setzt.“
  • Frau Clauss:
    „Ja, denn sonst gibt es wieder unnötige Kosten bei einem solchen Rechtsstreit. Und sie haben es gesagt, da will ja keiner hin.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Ganz wichtig, hier bei diesen Verträgen, insbesondere wenn eben jetzt z. B. eine Finanzierung nicht zustande kommt, dass der Bauherr dann eine Rücktrittsmöglichkeit hat ohne dass ihm Kosten entstehen. Das muss aber in den Vertrag aufgenommen werden. Vielfach wird das von den Maklern und Vermittlern zugesichert; solange es aber nicht im Vertrag steht, ist auch das nicht Vertragsinhalt und damit auch nicht vereinbart.“
  • Frau Clauss:
    „Auch hier gilt natürlich wieder extrem pingelig sein bei den Verträgen, die man abschließt. Das hier ist so ein Klassiker, der schief gehen kann, Ein weiterer Dauerbrenner: den Vertrag abschließen mit dem Bauträger bzw. Fertighaushersteller, aber das Grundstück fehlt noch zum Haus. Das muss noch gefunden und gekauft werden.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Jetzt habe ich einen Vertrag abgeschlossen für ein bestimmtes Objekt und stelle dann fest, auf diesem Grundstück, was ich jetzt habe oder erworben habe, kann ich dieses Objekt gar nicht bauen, weil z. B. der Bebauungsplan etwas ganz anderes vorsieht. Für diese Fälle müsste der Bauherr darauf achten, dass ihm ein kostenloses Rücktrittsrecht eingeräumt wird. Dies muss aber in dem Vertrag stehen.“
  • Frau Clauss:
    „Aber viele werden bei den Planungen auch unvorsichtig. Verlassen sich auf das, was ihnen zugesagt wird, aber alles, was nicht vertraglich vereinbart ist, das gilt eben auch nicht. Jetzt gibt es so ein paar Schlagwörter, die schmeisse ich einfach mal in den Raum, z. B. die Planungsleistungen. Da geht es z. B. um ein Baugrundgutachten. Das macht in manchen Regionen Sinn, wenn der Baugrund regelmäßig mit hohem Wasserstand das Haus von untern überfluten könnte, wie z. B. in Korschenbroich. Ein weiteres Schlagwort ist die Bau- und Leistungsbeschreibung.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Es gibt Verträge, da wundert man sich, dass die Leute sowas unterschreiben. Da gibt es eine Bau- und Leistungsbeschreibung, die zwei, drei DIN A4 Seiten ist und darauf soll das komplette Haus beschrieben sein. Es gibt von dem Verband der Verbraucherzentralen eine Musterbaubeschreibung, die 80 Seiten umfasst.“
  • Frau Clauss:
    „Ok, das ist ein deutlicher Unterschied, aber 80 Seiten müssen jetzt nicht zwingend sein, oder?“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Also das muss es jetzt nicht sein, aber irgendwie mehr als diese drei oder vier Seiten. Es muss eigentlich jede Leistung beschrieben sein. Es muss für jeden Raum klar sein, wie viele Steckdosen, wie viele Schalter kommen dort rein. Es müsste auch beschrieben sein, welcher Estrich da rein kommt, wie dick eine Bodenplatte ist.“
  • Frau Clauss:
    „Also seien sie kleinlich. Es kann sich rechnen.“

Benötigen Sie unterstützung? Fragen Sie nach einer unverbindlichen Ersteinschätzung oder vereinbaren einen Termin zur Beratung.

02161 9203-0
Beratungstermin Vereinbaren