Der Erbschein

Interview

  • Frau Gormanns:
    Wir sind beim Erben und bei der üblichen deutschen Gründlichkeit – Markus Bungter, Fachanwalt für Erbrecht aus der Kanzlei Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach – wer erbt, der braucht einen Erbschein, was ist denn das für ein Dokument?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Der Erbschein ist ein Ausweisdokument, was man benötigt, wenn man nachweisen muss, dass man Erbe nach dem Verstorbenen geworden ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man ein Konto auflösen möchte bei einer Bank für das man keine Vollmacht hat. Die Bank wird verlangen, dass man ausweist, dass man nunmehr der Berechtigte über dieses Konto ist und dementsprechend den Betrag umbuchen oder abheben darf. Dazu bedarf es eines Erbscheins.“
  • Frau Gormanns:
    „Den Erbschein, den muss man beantragen beim Nachlassgericht, d.h. bei dem Gericht in dessen Bereich der Verstorbene verstorben ist bzw. gelebt hat. In diesem Antrag da steht ganz schön viel drin.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Darin muss ich angeben, warum ich der Ansicht bin, dass ich Erbe nach dem Verstorbenen bin, wer gegebenenfalls noch Miterbe sein könnte und dass insbesondere alle Angaben, die ich dort mache, der Wahrheit entsprechen. Deshalb bedarf es einer Urkundsperson zur Aufnahme dieses Erbscheinantrags beim Amtsgericht oder aber, was auch ginge, notarielle Beurkundung bei einem Notar.“
  • Frau Gormanns:
    „Wenn man ein notariell beglaubigtes Testament hat, dann braucht man in der Regel den Erbschein erst gar nicht, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Wenn dieses eröffnet wird von dem Amtsgericht, kann ich mit dem Eröffnungsprotokoll und einer beglaubigten Ablichtung dieses notariellen Testaments auch häufig Dinge erreichen bei den Banken, allerdings ist es hier völlig unterschiedlich von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter bei jedem Kreditinstitut, ob er das am Ende gelten lässt oder nicht. Auch in diesem Bereich ist also der Erbschein dem Grunde nach die sicherere Variante um Handeln zu können.“
  • Frau Gormanns:
    „Das heißt, ohne Erbschein geht so gut wie nix!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Stellen Sie sich den Erbschein letztlich genauso vor, wie einen Führerschein. Es ist letztlich ein Ausweisdokument, wo drin steht, dass Sie Erbe nach dem Verstorbenen geworden sind, genauso wie ein Führerschein ausweist, welche Fahrzeugklassen Sie im Straßenverkehr fahren dürfen.“
  • Frau Gormanns:
    „Um Versicherungen für einen Verstorbenen beispielsweise aufzulösen, ist der Erbschein als Beweis ein extrem wichtiges Dokument und das gibt es leider nicht umsonst.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Die Erteilung eines Erbscheins kostet Geld beim Gericht, das ist ganz normal. Es wird etwas festgestellt und eine Bescheinigung, letztlich der Erbschein, erteilt. Dementsprechend geht es da nach einer Gebührenordnung, die Kosten sind aber letztlich überschaubar.“
  • Frau Gormanns:
    „Was steht denn jetzt alles so ganz genau auf einem Erbschein drauf?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Der Erbschein weist zunächst einmal aus, wer Erbe geworden ist und ggf. zu welcher Quote, wenn also mehrere Miterben vorhanden sind. Er kann auch noch weitere Beschränkungen aufweisen, dass also eine so genannte Vor- oder Nacherbschaft angeordnet ist oder dass der Verstorbene eine Testamentsvollstreckung angeordnet hat.“

Benötigen Sie unterstützung? Fragen Sie nach einer unverbindlichen Ersteinschätzung oder vereinbaren einen Termin zur Beratung.

02161 9203-0
Beratungstermin Vereinbaren