Das Umgangsrecht

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Eben ging es um die Unterhaltszahlungen für eigene Kinder, die nach einer Trennung beim anderen Ehepartner leben.
    Jetzt geht es um das Umgangsrecht. Wer, Dr. Vanessa Staude, Fachanwältin für Familienrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten hier in unserer Stadt, darf wann sein Kind sehen? Gibt es da überhaupt eine gesetzliche Regelung?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Die gesetzliche Vorgabe sagt nur, der Umgang ist so zu regeln, dass es zum Wohle des Kindes abläuft.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, das ist recht wenig, sag ich mal. Klingt auch ganz gut. Ist aber ja oft ganz anders, also das Ding mit dem Wohl des Kindes, oder?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Im Prinzip finde ich es immer schön, wenn die Eltern noch so viel miteinander reden, trotz der Trennung, dass sie es selbst hinbekommen. Das sollte zunächst mal oberstes Prinzip sein, dass die Eltern – insbesondere, wenn es um die eigenen Kinder geht – solche Dinge miteinander regeln, miteinander noch kommunizieren und da zu einer Vereinbarung kommen können.“
  • Frau Gormanns:
    „Geht aber oft gar nicht so.“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Sollte das nicht funktionieren, dass man sich nicht einigen kann, wo das Kind Weihnachten verbringt, wo das Kind Silvester verbringt oder wo das Kind die Ferien verbringt, dann kann man auch auf die Hilfe des Jugendamtes zurückgreifen oder auf die Hilfe der Rechtsanwälte. Sollte es dann immer noch nicht zu einer Einigung kommen, dann bleibt eigentlich nur der Gang zu Gericht. Dann muss man sich da einigen.“
  • Frau Gormanns:
    „Das finde ich schwierig. Weiß nicht, ob das jetzt so für mich wirklich nach Wohl des Kindes klingt. Aber es gibt doch sicherlich auch hier zumindest so ein paar Richt- oder Leitlinien, oder?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Genau. Aus der Erfahrung heraus gibt es diverse Möglichkeiten, wie regelt man jetzt den Umgang an Weihnachten, an Silvester oder überhaupt in den Weihnachtsferien und da hat sich herauskristallisiert, dass es eigentlich ganz sinnvoll ist, wenn man die Ferien aufteilt.“
  • Frau Gormanns:
    „Man sollte generell dabei an die Interessen des Kindes denken – da sind wir wieder beim Kindeswohl –, so dass es eben mit jedem Elternteil Weihnachten, einen Weihnachtsfeiertag wenigstens, feiern kann. Die Interessen der Eltern sind dabei gar nicht so wichtig, oder?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Die sind auch wichtig, aber die sind zurückgestellt hinter den Interessen des Kindes. Das heißt, die Eltern-Vereinbarung sollte zum Wohle des Kindes getroffen werden, unabhängig davon, welche Interessen die Eltern jetzt verfolgen.“
  • Frau Gormanns:
    „Kann denn jetzt der eine Elternteil eigentlich auch eine Reise ins Ausland durchführen über die Weihnachtsferien?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Selbstverständlich. Meinen Umgangskontakt kann ich planen und verüben wie ich möchte. Ich muss der Mutter oder dem Vater, also dem anderen Elternteil quasi, nur Bescheid geben und ihn informieren, wann ich mit dem Kind fahre, wann ich wieder komme und wohin ich fahre, damit wirklich sichergestellt ist, wenn irgendwas ist, dass wir erreichbar sind. Man sollte Kontaktdaten da lassen, unter denen man auch erreicht werden kann.“
  • Frau Gormanns:
    „Das klingt völlig unproblematisch. Ist das wirklich auch so unproblematisch?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Problematisch ist allerdings nur, wenn man in sog. Krisenländer fahren möchte. Da kann der andere Elternteil schon mal ein Veto einlegen. Sei es Syrien, sei es Irak, sei es aber auch die Türkei, wo jetzt die Aufstände waren, sprich Länder, die nicht sicher sind. Da kann der andere Elternteil schon verneinen, dass man da hinfährt und den Umgang dort verbringt oder verlangen, dass man vielleicht ein anderes Land aussucht.“
  • Frau Gormanns:
    „Generell gilt, alles was das Familienrecht betrifft, es kann schwierig werden. Haben Sie einen Tipp, so einen generellen für Familien und nicht mehr zusammenlebende Familienmenschen?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Man sollte sich frühzeitig rechtlich beraten lassen. Nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und das gilt eigentlich für alle unsere Themen, die wir hier heute Abend besprochen haben. Frühzeitig überlegen und sich beraten lassen - was ist wenn?
    Dr. Vanessa Staude, das war es für heute für uns beide mit "Ein Fall für den Anwalt". Wir müssen uns jetzt trennen – aber das geht völlig unproblematisch. Trotzdem – schön, dass Sie da waren. Schönen Abend! Tschüss!“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Vielen Dank! Tschüss und schönen Abend!“

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