Berufsunfähigkeitsversicherung (2)

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Wir sprechen heute über die Berufsunfähigkeitsversicherung.
    Gibt es nur dann eine Zahlung, also die Leistung aus der privaten Versicherung, wenn man zu gar nichts mehr beruflich in der Lage ist, Oliver Maubach, Fachanwalt für Versicherungsrecht aus der Kanzlei Schleicher Maubach & Partner, oder wie ist das bei der BU?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Grundsätzlich ist es so, dass der Leistungsfall dann eintritt, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen zumindest zu 50 % meinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Meine Berufstätigkeit muss zum überwiegenden Teil für mich nicht mehr ausübbar sein.
  • Frau Gormanns:
    „Aber diese Beeinträchtigung von mindestens 50 %, die muss jawohl dann länger anhalten, oder?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Es gibt zu der Berufsunfähigkeit verschiedene Bedingungen – grundsätzlich gilt allerdings, dass von einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 % auch auszugehen ist, wenn der Versicherungsnehmer nicht mehr arbeitsfähig ist und diese Arbeitsunfähigkeit auch voraussichtlich zumindest drei Jahre andauert.“
  • Frau Gormanns:
    „Natürlich muss das inklusive dem Prozentsatz durch eine ärztliche Bescheinigung belegt sein, dass eben – jetzt auf Ihre Antwort bezogen – eine Änderung des Gesundheitszustandes nicht eintreten wird voraussichtlich!“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Zwischenzeitlich gibt es auch kürzere Prognosezeitpunkte. Für den Versicherungsnehmer bedeutet es, wenn der Arzt nur noch sagen muss, das sich wahrscheinlich das nächste halbe oder das nächste Jahr der Gesundheitszustand nicht ändert – dass dann einfacher die Leistungen zu erhalten ist, als wenn der Arzt sagen muss, die nächsten drei Jahre ist voraussichtlich nicht mit einer Änderung zu rechnen.“
  • Frau Gormanns:
    „So einen ganz pauschalen Rat kann man da gar nicht treffen, oder?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Wichtig ist jedes Mal: es handelt sich um Verträge, die einzeln angeschaut, individuell geprüft werden müssen und dann kann man etwas dazu sagen, unter welchen Voraussetzungen tatsächlich eine Leistungspflicht besteht.“
  • Frau Gormanns:
    „Im Versicherungswesen ist das ja oft kompliziert, deshalb gilt hier wirklich grundsätzlich den Fachanwalt für Versicherungsrecht als Beratung zu fragen. Wichtig finde ich aber auch, dass durchaus im Nachhinein noch eine Leistungspflicht aus einem BU-Vertrag bestehen kann.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Leistungspflicht besteht nach vielen Versicherungsbedingungen dann, wenn eine Berufsunfähigkeit für sechs Monate bereits bestanden hat. Unter den Umständen wird dann die Berufsunfähigkeit fingiert.“
  • Frau Gormanns:
    „Was heißt denn das auf deutsch?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Die Versicherung ist dann zur Leistung verpflichtet. Wenn es in den allgemeinen Versicherungsbedingungen so enthalten ist, die Leistungspflicht – unabhängig von der Prognose, von der Prognosezeit – abzugeben.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das gilt vor allem dann, wenn man eine Krankheit hat, die man gar nicht so richtig definieren kann, also wo keiner weiß, was das ist, von der man das gar nicht so sagen kann.“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Genau, dann muss ab Antragstellung auch bezahlt werden. Auch da muss man aber prüfen, was in den Versicherungsbedingungen steht.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, was könnte das wohl für eine Krankheit sein?“
  • Rechtsanwalt Maubach:
    „Irgendetwas anderes, wo man einfach sagt: „ich weiß nicht, was es ist…! Wir können es im Moment nicht behandeln“ und nach sieben Monaten gibt es dann auf einmal das Medikament, es gibt ein Pillchen und alles ist gut. Dann muss aber trotzdem für diese sieben Monate bezahlt werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Danach dann wohl nicht mehr, denn dann ist ja wieder alles gut. Mehr Normales und auch Ungewöhnliches zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung hören Sie gleich hier bei uns, bei Radio 90,1 nach unseren Lokalnachrichten.“

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