Außergerichtlich Mahnen & Inkasso

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Acht Minuten nach sechs, Radio 90,1 mit „ein Fall für den Anwalt!“ Im Zusammenhang mit einem Mahnbescheid, da kommen einem ja ganz unwillkürlich richtig fiese Begriffe in den Sinn, wie zum Beispiel Zwangsvollstreckung, Gerichtsvollzieher, Offenbarungseid und ähnliches. Wir knöpfen uns all diese Begriffe und Situationen einmal vor und klären auf. Im Studio ist Markus Bungter, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach. Ja, darum geht es erst einmal hier heute Abend. Tach zusammen, Herr Bungter!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Guten Abend Frau Gormanns!“
  • Frau Gormanns:
    „Herr Bungter, wir fangen einmal ganz klein an, nämlich mit dem außergerichtlichen Mahnverfahren. Das gibt es immer dann, wenn jemand Schulden, das heißt vermeintliche Schulden hat und der Gläubiger nach einer oder mehreren Zahlungsaufforderungen nun endlich sein Geld haben möchte, dann kommt der außergerichtliche Mahnbescheid ins Haus des Schuldners – wie funktioniert denn das genau?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Dann schreibt er den Schuldner an und fordert ihn auf, bis zu einer gewissen Frist, bis zu einem gewissen Datum, nunmehr endlich die Zahlung zu leisten.“
  • Frau Gormanns:
    „Der Gläubiger kann das Alles nicht selber machen, sondern der kann ein so genanntes Inkassounternehmen beauftragen, genau das dann für ihn zu tun. Wo ist denn da der Unterschied?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das ist zunächst das Gleiche – ein Unterscheid besteht zunächst darin, dass ein Inkassounternehmen nicht unentgeltlich arbeitet, also für seine Tätigkeit eine Gebühr verlangt und diese Gebühr wird aufgrund des Zahlungsverzuges des Schuldners natürlich auch diesem auferlegt.“
  • Frau Gormanns:
    „Ist denn die Wirkung solcher Inkassounternehmen oder Beauftragungen eigentlich erfolgsversprechender als wenn der Gläubiger das Mahnen selbst übernimmt?
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ja, das ist so – Inkassounternehmen schreiben natürlich mit einem ganz eigenen Stil, der ist ein wenig drängelnd, so dass der Schuldner sich tatsächlich sogar manchmal genötigt fühlt, nunmehr zu handeln und zu zahlen. Das ist natürlich das, was auch erreicht werden will. Dementsprechend muss man da auch sehen, es ist nur ein außergerichtliches Mahnschreiben, genauso wie die Mahnschreiben des eigentlichen Gläubigers. Man kann auch eigentlich Ruhe bewahren.“
  • Frau Gormanns:
    „Sie, als Rechtsanwalt, raten ja den Schuldnern, egal ob jetzt ein normaler Mahnbescheid oder über ein Inkassounternehmen ins Haus flattert – als Schuldner sollte man unbedingt immer erst prüfen, ob dieser Bescheid überhaupt berechtigt ist. Könnte man eigentlich generell sagen, am besten nehmen alle Gläubiger ein Inkassounternehmen in Anspruch weil das dann irgendwie besser geht, schneller geht?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ob ein Gläubiger tatsächlich ein Inkassounternehmen beauftragt oder sich selber um die Forderung kümmert, hat ja etwas damit zu tun, wie sein Betrieb aufgestellt ist, ob er die Zeit dazu hat, ob er die juristischen Kenntnisse vielleicht bei sich in der Firma hat, das umzusetzen oder ob er sich sagt: „ich möchte mich damit gar nicht mehr beschäftigen, ich gebe das alles ab an den Dritten, der kümmert sich darum für mich und ich habe den Kopf und die Gedanken frei für andere Dinge“.“
  • Frau Gormanns:
    „Nehmen wir einmal die andere Sicht, also die des Schuldners – raten Sie denn prinzipiell acht zu geben, wenn ein Schreiben eines Inkassounternehmens ins Haus kommt? Warum sollte man das wirklich so genau tun und genau lesen?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Wenn man ein Schreiben eines Inkassounternehmens erhält, muss man nicht darauf reagieren und wenn man reagiert, sollte man sich auch gut überlegen, wie man reagiert. Es bringt nichts, eine Forderung anzuerkennen durch eine ungeschickte Wortwahl, die vielleicht gar nicht anerkennungsfähig ist, wo man also tatsächlich nur sagen kann: ich habe die Leistung gar nicht bekommen, die da bezahlt werden soll oder aber die Forderung ist schon verjährt oder es gibt noch andere Möglichkeiten zur rechtlichen Überprüfung dessen, ob das, was dort begehrt wird auch tatsächlich zu Recht begehrt wird.“
  • Frau Gormanns:
    „Also wenn so ein Schreiben ins Haus kommt, sich beraten lassen vom Anwalt, das ist immer gut. Also nicht blind vertrauen, raten Sie den Schuldnern, auf Deutsch gesagt, ne?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Häufig ist es auch so, dass wenn man dann eine Einigung erzielt mit Inkassounternehmen, diese auf einmal noch eine Einigungsgebühr verlangen für zum Beispiel eine Ratenzahlung, die man dort ausgemacht hat. Auch da, in diesem Bereich muss man gut aufpassen, dass man nicht auf einmal mehr zahlt als eigentlich nötig!“
  • Frau Gormanns:
    „Nach dem außergerichtlichen Mahnverfahren folgt das gerichtliche Mahnverfahren und genau darum geht es hier gleich bei uns in „ein Fall für den Anwalt“.

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