PC-Testament & Tiere als Erben

PC-Testament & Tiere als Erben

  • Frau Gormanns:
    „Radio 90.1 um 12 Minuten vor 19 Uhr am Montagabend. Markus Bungter, Fachanwalt für Familienrecht von den Vitus Rechtsanwälten hier in unserer Stadt. Kurioses und ungewöhnliches von dem die Mehrheit glaubt, dass sie der Rechtsprechung entsprechen, diese kuriosen ungewöhnliches Sachen, das ist Thema hier heute bei uns. Und wir starten mal direkt wieder mit einem Irrtum:
    Irrtum:  Ein auf dem PC geschriebenes ausgedrucktes Testament ist gültig.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Auch dies ist nicht richtig. Testamente müssen handschriftlich verfasst sein, wenn man denn es selber ausstellt.“
  • Frau Gormanns:
    „Das gilt auch für das sogenannte Drei-Zeugen-Testament.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Da geht es letztlich bei diesem Drei-Zeugen-Testament eher darum, dass diese drei Zeugen in einer sehr schweren Lebenssituationen, also kurz vor dem tatsächlichen zu vermutenden Tod, bezeugen können, wie der letzte Wille des potenziellen Erblassers ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Warum fehlt denn da eigentlich der Notar?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Hintergrund da ist einfach der Umstand, dass in dieser Situation wo man meint man müsste noch einen letzten Willen – ein Testament – errichten, ein Notar nicht mehr kurzfristig erreichbar ist und dem entsprechend die Herkunft des letzten Willens anderweitig sichergestellt werden muss.“
  • Frau Gormanns:
    „Ist der Notar dabei, dann gilt auch immer ein am PC erstelltes Testament, ob in einer Notsituation oder in einer ganz normalen Situation?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ja, insoweit ist dann tatsächlich ein maschinengeschriebenes, gedrucktes Testament gültig. Hier ist es einfach so: Der Notar beurkundet mit seiner Unterschrift, das dieser letzte Wille tatsächlich von dieser einen Person stammt und damit ist auch wieder gesichert, dass der Aussteller dieses letzten Willens auch identifizierbar ist.“
  • Frau Gormanns:
    Irrtum: Tiere können erben.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Falsch, nur Menschen und juristische Personen, also GmbH´s oder Aktiengesellschaften, können mit einem Erbe bedacht werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, aber man hört das ja auch immer wieder, gerade aus Amerika, dass Tiere ganz schön viel erben.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Ja, das wird in der Presse häufig so dargestellt, ist rechtlich aber falsch – auch in den USA. Denn letztlich ist ein Tier rechtlich betrachtet zunächst nur eine Sache. Für Tiere gibt es gewisse Sonderregelungen, die sie als Lebewesen im Recht durchaus besser wahrnehmen lassen. Aber im Ende bleibt ein Tier eine Sache und Sachen können nichts erben.“
  • Frau Gormanns:
    „Gibt es denn irgendeine Möglichkeit, Herr Bungter, Tiere erblich, wenn man das so nennen darf, zu bedenken?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Dies ist richtig, man kann hier selbstverständlich im Rahmen einer letztwilligen Verfügung bestimmen, dass der Tierschutzverein etwas bekommen soll und genau so können sie dem Erben die Auflage machen, dass er einen gewissen Geldbetrag für das Tier vorhalten muss, dass er das Tier pflegen muss, dass er damit regelmäßig in Urlaub fahren muss. Man kann also durchaus weitreichende Auflagen machen, um dem Tier ein weiteres schönes Leben zu bescheren.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, das ist dann die Idee die einem bleibt. Also wer sein Tier beerben möchte, bzw. wer dem Tier was vererben möchte, so ist das richtig, der kann das nicht im klassischen Sinne tun, sondern nur mit einer Auflage und damit ist unsere Sendung über kurioses und ungewöhnlichen über Irrglauben im Rechtswesen zu Ende. Markus Bungter von den Vitus Rechtsanwälten: Einen schönen Guten Abend an Sie und Tschüss.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Dankeschön und auf Wiederhören. Und den Hörern noch ein schönes und erfolgreiches 2016.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja und ich sage dann auch Tschüss, ich wünsche ihnen dasselbe: Nämlich ein schönes, erfolgreiches 2016. Mein Name ist Ursula Gormanns bis bald, macht es juut.“

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