Namen & Taschengeld

Namen & Taschengeld

  • Frau Gormanns:
    „Manchmal ist es ganz lustig, manchmal ist es auch einfach nur traurig, nämlich das mit der Namensgebung. Also wenn Kinder einen Namen von ihren Eltern bekommen haben, der sie ein ganzes Leben nicht nur begleitet, sondern regelrecht verfolgt, Shania oder Sidney oder Kenneth hier am Niederrhein auch gerne genommen – eben haben wir schon gehört, alles ist machbar, wenn denn der erste Teil des Namens wirklich auch relativ deutlich zeigt, welches Geschlecht das Kind hat. Markus Bungter ist hier bei mir im Studio. Sie sind ja Rechtsanwalt hier aus Mönchengladbach von der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in der Stadt. Ich habe da ja eigentlich von Anfang an falsch gedacht und habe gedacht, irgendwie kann das doch gar nicht so sein, dass man so komische Namen vergibt aber es ist eine ganze Menge drin hier beim Namensrecht.“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Sofern beim ersten Vornamen nicht eindeutig klärbar ist, wie das Geschlecht sich bestimmt, z. Bsp. bei Kim oder Luka, ist es so, dass die Standesämter regelmäßig verlangen, dass aus dem zweiten Vornamen sich dann ableiten lässt, welches Geschlecht das Kind hat.
  • Frau Gormanns:
    „Ja, aber das ist ja jetzt noch der Normalfall. Also mir geht es ja eher so um die ganz merkwürdigen Namen und die eigenwilligen Namen, wie ist es denn da?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das Kind kann als weitere Vornamen durchaus Namen haben, die eher ungewöhnlich sind, wie z. Bsp. Städtenamen oder Monatsbezeichnungen, wie November. Hier sind viele Möglichkeiten gegeben. Letztlich hat der Standesbeamte beim Standesamt immer zu prüfen, ob diese Vornamensgebung sittlich und ethisch in Ordnung ist Hier bleibt es wiederum dem Einzelfall vorbehalten.“
  • Frau Gormanns:
    „Als wenn schon Monatsnamen, dann bin ich der Meinung wenigstens Mai oder Juli oder so, damit es irgendwie nicht so ein trauriger, nebeliger Novembertag ist. Kommen wir einmal zu etwas ganz anderem, nämlich zum Taschengeld. Es gibt Taschengeldregelungen im Gesetz festgelegt und im Rahmen der elterlichen Sorge ist dem Kind ja ein Taschengeld zu zahlen und das dann auch noch im sinnvollen Umfang, also vorab müssen die Eltern das natürlich regeln, wofür das Kind dann das Taschengeld auch ausgeben darf aber das Gesetz, das sagt doch, Kinder dürfen mit dem Taschengeld eigentlich machen, was sie wollen, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das ist richtig, im § 110 des BGB ist geregelt, dass Kinder mit ihrem Taschengeld grundsätzlich machen können, was sie wollen. Sie können darüber frei verfügen, die Grenze liegt darin, was man ethisch als angreifbar oder falsch ansieht. Dies ist z. Bsp. regelmäßig der Erwerb z. Bsp. von Waffen, was nicht in Ordnung ist, auch sich eine Tätowierung stechen zu lassen oder ein Piercing machen zu lassen. Auch hier wird davon ausgegangen, dass es hier zu einer besonderen und gesonderten Einverständniserklärung der Eltern bedarf.“
  • Frau Gormanns:
    „Ich greife jetzt mal das Tätowieren oder sich Piercen lassen auf. Das ist für viele Eltern ein Greul, muss denn da der Tätowierer nicht wirklich zwingend eine Vollmacht der Eltern erwirken, also darauf bestehen in einem solchen Fall?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das ist richtig, jedem Inhaber eines Tattoo-Studios ist also dringend anzuraten, eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern einzuholen, bevor er Hand an das Kind anlegt, denn hier haben wir einen Eingriff in die körperliche Integrität und dementsprechend muss ein solcher Eingriff durch die Eltern genehmigt werden. Dies ist gleichsam genauso z. Bsp. dann, wenn man den Kindern Ohrlöcher stechen lässt. Etwas plastischer erscheint das Ganze da, wenn man sich überlegt, wenn eine Minderjährige schwanger geworden ist und einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen möchte, da bedarf es tatsächlich der Einwilligung der Eltern.“
  • Frau Gormanns:
    „Ansonsten gilt aber im Vertragsrecht, denn das ist ja auch ein Vertrag mit dem Tätowierer oder mit dem Piercer, ansonsten gilt im Vertragsrecht das Kind, wenn es sich um einen wirklichen Vertrag handeln darf, den Kinder abschließen dürfen, ist der richtige, echte Vertragspartner, oder?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Es können tatsächlich die Jugendlichen selber machen, zwar bedarf es der Einwilligung zu einem solchen Vertrag durch die Eltern, aber Vertragspartner kann in einem solchen Fall tatsächlich der Jugendliche selber werden. Dieser hat dann auch aus dem Vertrag alle Rechte und Pflichten.“
  • Frau Gormanns:
    „Da fällt mir so eine ganz tolle Sache ein, also wenn man z. Bsp. einen Lottoschein ausfüllt und noch keine 18 ist und zum Taschengeld sich etwas dazu gewinnt, das kann ja durchaus ein ganz schöner Batzen sein, darf dann das Kind/der Jugendliche mit dem Geld machen, was es/was er will?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Letztlich steht der Gewinn dem Kind zu, wenn es denn zunächst mal berechtigt war, überhaupt an der Veranstaltung – der Lotterie – teilzunehmen. Letztlich ist es aber so, wenn ein Gewinn anfällt, das kann ja auch z. Bsp. im Rahmen einer Jugendveranstaltung im Rahmen einer Tombola z. Bsp. sein, dann gehört dieser Gewinn tatsächlich dem Kind. Wenn der Gewinn größer ausfällt, dann müssen die Eltern jedoch dafür sorgen, dass dieses Geld dem Kind nicht unmittelbar komplett selber zur Verfügung steht, sondern haben die Vermögenssorge und müssen darauf achten, dass es ordentlich verwaltet wird.“
  • Frau Gormanns:
    „Das ist auch schön im Rahmen der elterlichen Sorge müssen dann die Eltern gucken, dass die das Geld nicht verprassen. Rechte und Pflichten, die Eltern gegenüber ihren Kindern haben, das ist Thema hier heute Abend bei Radio 90,1 in „ein Fall für den Anwalt“ – gleich mehr dazu.

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