Möglichkeiten der Zwangsvollstreckung

Möglichkeiten der Zwangsvollstreckung

  • Frau Gormanns:
    „Ein riesen und auch umfangreiches Thema – die Zwangsvollstreckung, das haben wir eben schon angeschnitten, Markus Bungter, Rechtsanwalt aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner hier in unserer Stadt. Es gibt ja verschiedene Arten der Zwangsvollstreckung, also was da gepfändet werden kann, welche sind denn das?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Es gibt, wie wir gerade schon beschrieben haben, zunächst einmal die Vollstreckung durch den Gerichtsvollzieher, der also Dinge pfänden und verwerten soll. Man kann das Einkommen pfänden und sich überweisen lassen bis zum gewissen Grade, man kann ein Konto pfänden, man kann aber auch zum Beispiel, sofern der Schuldner Eigentümer einer Immobilie ist, die Forderung im Grundbuch eintragen lassen und daraus die Zwangsversteigerung der Immobilie beantragen. Das sind so gängige Möglichkeiten, wie man den Schuldner unter Druck setzt und auch gegebenenfalls an dessen Vermögen herankommt.“
  • Frau Gormanns:
    „Wie ist das denn eigentlich mit Bankkonten, die der Schuldner im Ausland hat, gilt der Vollstreckungsbescheid für diese Konten auch?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Sofern der Schuldner ein Konto im Ausland hat und dieses angibt, besteht die Möglichkeit über die Anerkennung des deutschen Urteils- oder Vollstreckungsbescheids in diesem ausländischen Staat die Zwangsvollstreckung auch dort zu betreiben.“
  • Frau Gormanns:
    „Aber das ist nicht ganz so unkompliziert, ne?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Das ist natürlich ein sehr großer Aufwand und auch mit ganz erheblichen Kosten verbunden. Die Europäische Union hat allerdings Möglichkeiten geschaffen, tatsächlich im internationalen Bereich der Europäischen Union Forderungen auch durchzusetzen, aber, wie gesagt, es ist sehr aufwendig und auch mit erheblichen Kosten verbunden.“
  • Frau Gormanns:
    „Da sind wir bei den Kosten der Gerichtsvollzieher, der kommt ja sicher auch nicht umsonst zur Vollstreckung – wer zahlt den denn? Der Gläubiger oder der Schuldner?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Alle Maßnahmen, so, wie sie eben beschrieben worden sind, also Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid und auch die Beauftragung eines Gerichtsvollziehers beziehungsweise die Pfändung einer Forderung sind natürlich alles Leistungen, die sowohl bei Gericht und Gerichtsvollzieher zu zahlen sind, als auch, sofern man sich anwaltlicher Hilfe bedient, natürlich beim Anwalt zu bezahlen sind. Je nachdem woraus die Forderung resultiert, kann eine Rechtsschutzversicherung hier eintrittspflichtig sein, das muss man jeweils im Einzelfall prüfen.“
  • Frau Gormanns:
    „Wer gar nichts hat als Schuldner oder eben nur einen ganz kleinen Teil seines Gehaltes behalten darf zum bloßen Leben eben und das dann auch bei der Vermögensauskunft nachweist, ist dann ein solcher Schuldner nicht schon eigentlich in der privaten Insolvenz?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Wenn man die Vermögensauskunft erteilt hat und damit klar ist, dass man nichts hat, um die Forderung zu erfüllen, dann kann man als Schuldner natürlich überlegen, ob man ein so genanntes Verbraucherinsolvenzverfahren anstrebt, damit die Forderung nach den sechs Jahren der Wohlverhaltensphase dann tatsächlich ersatzlos entfällt.“
  • Frau Gormanns:
    „Ist es denn sinnvoll, das auch so zu tun?“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Dies macht natürlich keinen Sinn, wenn es nur eine einzelne kleine Forderung ist. Wenn sich mehrere Tausend, mehrere Zehntausend an Schulden aufgetürmt haben, mach das sicherlich Sinn. Bevor ein Verbraucherinsolvenzverfahren allerdings angestrebt werden kann, muss der Schuldner versuchen, mit den Gläubigern eine außergerichtliche Schuldenbereinigung zu erlangen, diesbezüglich helfen, die bekannten caritativen Gesellschaften, wie zum Beispiel die Caritas oder andere Schuldnerberatungsstellen, um ein solches außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren zu betreiben.“
  • Frau Gormanns:
    „Und dann sind wir eigentlich bei einem ganz neuen Thema oder anders formuliert am Ende dieser Sendung. Markus Bungter Rechtsanwalt aus der Kanzlei Schleicher Maubach & Partner hier in Mönchengladbach. Erst einmal schön, dass Sie da waren und uns mal wieder schlau gemacht haben. Schönen Abend und Tschüss!“
  • Rechtsanwalt Bungter:
    „Vielen Dank auch und allen Hörern einen wunderschönen Spätsommer!“

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