Heirat / Trennung 2016?

Heirat / Trennung 2016?

  • Frau Gormanns:
    „Anfang November haben wir, exakt den 07.11. und das heißt, noch ein guter Monat und der Rest dann von diesem, also die paar Tage, dann ist 2016 rum und 2017 ist da. Deshalb sollte man sich über bestimmte Dinge, die man ändern möchte oder klären möchte, ganz eindeutige Gedanken machen. Dr. Vanessa Staude, Fachanwältin für Familienrecht, von den KORN VITUS Rechtsanwälten in Mönchengladbach. Erst mal Tag und einen schönen guten Abend.“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Schönen guten Abend, Frau Gormanns.“
  • Frau Gormanns:
    „So, jetzt geht’s ja um das Familienrecht. Starten wir mal mit so einem Wunsch, den man ab und an mal haben könnte – nämlich dem Wunsch zu heiraten. Was macht Sinn? Ganz schnell noch ja sagen oder lieber bis 2017 warten? Wann ist es vorteilhaft, noch bis zum 31.12. ganz flott zu heiraten?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Vorteile wären beispielsweise steuerliche Vorteile, wenn ich dann sage, ich heirate jetzt noch dieses Jahr bis zum 31.12.2016. Dann kann ich rückwirkend ja das gesamte Steuerjahr Zusammenveranlagung wählen und habe damit möglicherweise – wenn ich eine Steuererklärung überhaupt mache – die günstigere Steuerwahl.“
  • Frau Gormanns:
    „Gilt nicht für alle Paare. Für welche Paare gibt es konkret diesen Vorteil?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Für Ehepaare, deren Einkünfte weiter auseinanderliegen. Wenn die Einkünfte so ab 40 %/60 % und weiter auseinanderliegen. Dann macht es tatsächlich Unterschiede, wenn man dann von der Steuerklasse I in die Steuerklassen III und V rutscht und dann tatsächlich durch die Zusammenveranlagung Steuern sparen kann.“
  • Frau Gormanns:
    „Also für Paare mit gleichem Einkommen macht es steuerlich gesehen keinen Unterschied, verheiratet oder unverheiratet zu sein. Der Zeitpunkt der Heirat spielt keine steuerliche Rolle. Bei einer Trennung – also Ehepaare, die sich trennen -, wie verhält es sich da?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Für die gilt steuerlich im Prinzip das Gleiche. Wenn ich mich dieses Jahr trenne, kann ich dieses Jahr zwar noch die Zusammenveranlagung machen, aber ab dem 01.01. des nächsten Jahres muss ich dann in die Steuerklasse I bzw. II mit Kind.“
  • Frau Gormanns:
    „Das Gleiche, aber doch ein bisschen anders, nämlich auch steuerlich gesehen, sollte man vielleicht bis nach Silvester noch an der Ehe festhalten? Warum?“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Wenn es dann vielleicht im Januar doch nicht funktioniert, dann kann ich im Januar immer noch entscheiden, ok, ich trenne mich. Habe dann aber die günstige Gelegenheit dass ich, wenn ich mich im Januar 2017 trenne, 2017 komplett noch durch die steuerliche Zusammenveranlagung Steuern sparen kann und erst ab dem 01.01.2018 die Steuerklasse wechseln muss.“
  • Frau Gormanns:
    „Hah, deshalb sollte man gut überlegen, ob man es dieses Jahr noch macht oder lieber bis 2017 wartet. Wer unsicher ist, der kann sich beraten lassen, z. B. beim Anwalt/bei der Anwältin für Familienrecht.“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Bevor ich mich scheiden lassen kann, muss ich natürlich das Trennungsjahr abwarten. Das Trennungsjahr muss abgelaufen sein. Das Trennungsjahr ist dafür da um zu schauen, ist die Ehe tatsächlich zerrüttet. Funktioniert es mit den Ehepartnern nicht mehr oder funktioniert es vielleicht doch. D. h. auch im Trennungsjahr kann man Versöhnungsversuche starten. Wenn die nicht allzu lange dauern und dann letzten Endes nicht zum Erfolg führen, schadet das dem Trennungsjahr nicht und ich kann nach einem Jahr dann die Scheidung einreichen.“
  • Frau Gormanns:
    „Aber ganz wichtig ist, was wir eben gesagt haben. Steuerliche Vorteile gelten schon im Trennungsjahr. Also das hat jetzt nichts mit der Scheidung zu tun. Also, man kann ganz simpel rechnen.“
  • Frau Rechtsanwältin Dr. Staude:
    „Sprich, wenn ich mich jetzt irgendwann in 2016 trenne, ist es immer der 01.01.2017. Egal, wann ich mich 2017 trenne, ist es immer der 01.01.2018, wo die Steuerklasse geändert werden muss.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, ganz einfach also. Rechnen Sie fix mal nach und dann weiß man, was man zu tun hat.
    Gleich geht es um den Ehevertrag.“

Sie wünschen weitere Informationen?

Wir beraten Sie gerne!

Mandantenberichte


Rechtsanwälte 02161 92 03 0