Handy-Verbot am Steuer (4) Kurioses

Handy-Verbot am Steuer (4) Kurioses

  • Frau Gormanns:
    “Handy am Ohr und dann Autofahren das ist verboten. Jegliche Handynutzung zählt eigentlich dazu. Viele Beispiele haben wir ja gehört inklusive kurioser Ausreden, Andreas Hammelstein, Fachanwalt für Verkehrsrecht, von den KORN VITUS Rechtsanwälten in unserer Stadt. Jetzt müssen Sie bitte noch auf meine Ideen, die ich da so hab, antworten. Also ich kann ein Handy ja auch als Diktiergerät benutzen. Wäre das denn eine gute Ausrede vor der Polizei?”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Früher das Handy selber war ja nie das Problem. Da ging es halt ums telefonieren oder nicht telefonieren und durch die ganzen neuen Möglichkeiten die man hat, durch die Smartphones muss natürlich auch der Gesetzgeber da anders tätig werden.”
  • Frau Gormanns:
    “Also keine Strafbefreiung wenn ich das Handy gar nicht als Handy benutze.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “D.h. alles was Sie machen mit dem Mobilfunktelefon ist letztendlich eine Nutzung. Ob Sie damit diktieren, egal was Sie tun, Sie werden immer einen Handyverstoß haben.”
  • Frau Gormanns:
    “Das ist also nicht so ganz zu verstehen. Das sagen Sie zumindest. Warum?”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Kurios ist das schon, weil letztendlich das gleiche für Sie nicht sanktioniert wird, wenn Sie eben ein Diktiergerät nutzen. Also wenn jemand kommt und sagt, Sie haben mit ihrem Handy diktiert und Sie sagen, ne gucken sie mal, das ist ganz klar ein Diktiergerät, dann ist es keine Strafe.”
  • Frau Gormanns:
    “Also heißt das für mich, immer ein Diktiergerät auf dem Beifahrersitz zu haben, so als Trick quasi.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Mit Sicherheit kein schlechter Trick, ich will hier gar nicht zu viel verraten, aber  man muss bei solchen Sachen immer ein bisschen aufpassen weil man hat natürlich Rechte, aber man hat auch Pflichten und man sollte schon gucken, dass man diesen nachkommt auch gegenüber der Polizei sage ich mal. Also hier macht es immer Sinn, wenn Sie angehalten werden und Ihnen wird das vorgeworfen, dann am besten gar nichts sagen. Keine gute Story sich ausdenken.”
  • Frau Gormanns:
    “Also das Diktiergerät darf man benutzen im Auto und es gibt noch andere Dinge, andere Geräte Herr Hammelstein, die man auch benutzen kann und dann straffrei davon kommt.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Dasselbe im Übrigen wäre  der Fall, was ja nicht unhäufig vorkommt, wenn Sie einen IPod z. B. nutzen, wenn Sie Musik hören wollen über die Aux-Verbindung im Auto, wenn Sie diesen IPod nutzen, können Sie den nutzen. Es ist kein Handy. Wenn Sie aber das Handy nutzen und darauf Musik haben, haben Sie wieder eine Handynutzung.”
  • Frau Gormanns:
    “Ja das finde ich ist eine total verrückte Welt in der Rechtsprechung. Aber das kenne ich ja schon, dass manches gar nicht so zu begreifen ist. Ich greife nochmal was auf, was wir eben gesagt haben. Bei der Polizei wenn man nämlich angehalten wird, dann immer schön vom Schweigerecht Gebrauch machen und einfach nichts sagen. Das ist das allerbeste sagt Rechtsanwalt Hammelstein.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Genau, wir haben oft Sachen, die kriege ich dann ja erst mit, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, nämlich nachdem wir dann die Bußgeldakte angefordert haben und der Mandant mir selber gesagt hat, das war ganz anders und dann lese ich aber in der Akte von wegen, der hat nämlich genau das erzählt vor Ort und das ist natürlich immer schlecht. Dann haben Sie dann keine Chance mehr. Da wäre es auch nicht in Ordnung da wieder was anderes vorzutragen.”
  • Frau Gormanns:
    “Also nicht jede gute Story die einem so spontan in den Kopf schießt ist wirklich eine gute Geschichte.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Deswegen vor Ort immer am besten für alle Beteiligten erstmal den Mund halten, das darf man und dann in Ruhe mit einem Anwalt sich beraten was kann man machen und wie kann man dagegen vorgehen. “
  • Frau Gormanns:
    “Das ist ganz schön schwer nichts zu sagen vor der Polizei finde ich.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Ne, ist auch bei mir relativ schwierig, weil man natürlich immer Angst hat, dass wenn man jetzt nichts sagt man dann ja dieses … Schwert über sich schweben hat, ja er war es. Also man hat dann immer ein schlechtes Gewissen, man denkt immer man müsste sich verteidigen und das ist aber nicht sinnvoll, auch wenn die Polizisten, sind ja meistens ganz normale nette Menschen, und die tun einem ja eigentlich nichts und dann sind die … dann sagt man mal was nettes, da gibt’s keinen Trick da muss man mal wirklich bei sich belieben und muss sagen ich mach keine persönlichen Angaben.”
  • Frau Gormanns:
    “Na das finde ich ist ja schon der gute Trick, nämlich bei sich bleiben sagen Sie und einfach gar keine Angaben machen ganz ehrlich sein zur Polizei in dieser Situation also wirklich ganz ehrlich.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Man kann ja auch nett zum Polizisten sagen: „Sehen Sie es mir nach ich möchte dazu nichts sagen. Ich will da auch gar nicht konträr und konfrontal gegen vorgehen, aber ich möchte da im Moment nichts sagen und ich lass mich gerne von einem Anwalt beraten“. Das wissen die auch, dann sind die Profis und dann war es das.”
  • Frau Gormanns:
    “Die meckern dann nicht und denken dann auch nicht ah der ist richtig schuld. Vielen Dank an Andreas Hammelstein für die Infos hier zur Handynutzung hinterm Steuer. Ich sag Tschüss und schönen Abend an Sie.”
  • Rechtsanwalt Hammelstein:
    “Sehr gerne und wünsche Ihnen auch einen schönen Abend und natürlich allen Hörern einen schönen Abend und hoffentlich keine Handynutzung am Steuer.”
  • Frau Gormanns:
    “Genau, ich habe eine Freisprechanlage, ich hab das nicht nötig sag ich jetzt mal. Dafür sag ich aber auch Tschüss.”

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