Fehlerhafte Implantate sowie Folgen & Entschädigung

Interview

  • Frau Gormanns:
    „Implantate, die können Leben verbessern. Die Implantate selbst bergen aber auch Gefahren. Heinz Rulands, Fachanwalt für Medizinrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten in Mönchengladbach. Wir rollen gerade Skandale auf. Auch im Bereich der überlebenswichtigen Herzschrittmacher hat es einen Fall gegeben, der die betroffenen Patienten wirklich hat aufschrecken lassen.“
  • Rechtsanwalt Rulands:
    „Also, das Problem bei den Herzschrittmachern bzw. den Defibrilatoren, die manchmal auch in einem Gerät kombiniert sind, ist nicht die Funktion. Also funktionieren tun die alle, da gibt‘s bisher kaum Ausfälle. Das Problem bei einigen Herstellern ist, und dazu gehört ein US-Hersteller, ein großer, dass da eine bislang noch nicht in den Ursachen eruierte Kurzschlussgefahr festgestellt wurde.“
  • Frau Gormanns:
    „Die Betroffenen, die sind dann vom Hersteller informiert worden, dass das Gerät einen Kurzschluss produzieren kann. Das ist ja jetzt auch nicht ganz so schön…“
  • Rechtsanwalt Rulands:
    „Ich bin nun nicht Mediziner genug um festzustellen, was ein solcher Kurzschluss bewirken würde. Ich weiß nur, dass also bei diesen Herzschrittmachern und auch den Defibrilatoren vom Gerät, was unterhalb des Brustmuskels implantiert wird, eine Sonde in die Herzkammer geführt wird.“
  • Frau Gormanns:
    „Also ich kann mir vorstellen, ohne medizinische Fachkenntnisse zu haben, dass das auf jeden Fall kein Spaß ist, wenn das passiert. Wenn das Ding erst mal drin ist, dann macht man ja auch nicht mehr viel. Jede Nach mit ‚nem unguten Gefühl einschlafen, oder?“
  • Rechtsanwalt Rulands:
    „Wenn man mit diesem Fall konfrontiert wird, dann hat man ja keine Chance mehr, dann ist das Ding ja drin. Und wenn es drin ist, dann gibt es nur 2 Möglichkeiten, entweder, Sie lassen das Gerät rausnehmen, also sowohl derjenige, der den Defi braucht als auch derjenige, der den Herzschrittmacher braucht, der hat diese Geräte ja zur Sicherheit. Wenn Sie das Gerät rausnehmen, ist die Sicherheit weg, das heißt also, Sie haben dann das Krankheitsrisiko, was immens ist, sonst hätten Sie das Gerät nicht und müssen es tragen, oder Sie müssen am offenen Herzen operieren und müssen das Gerät mitsamt Sonde rausnehmen, das wird kein Mensch tun. Also leben Sie mit dem Risiko.“
  • Frau Gormanns:
    „Wenn die Mandanten bei Ihnen in der Kanzlei sind, dann ist ja der Schadensfall bereits eingetreten und wird, wenn überhaupt, nur mäßig entschädigt in der Regel, das haben wir ja eben gehört. Was raten Sie denn als Anwalt, gibt es einen Tipp, Herr Rulands?“
  • Rechtsanwalt Rulands:
    „Sie müssen beim Behandler anfangen. Sie müssen da anfangen, wo Ihnen der Behandler dazu rät, ein Implantat sich operativ einsetzen zu lassen. Dabei spielt es ja gar keine Rolle, ob das Knie sind, ob das ein Herzschrittmacher ist oder ob das ein Brustimplantat ist.“
  • Frau Gormanns:
    „Und dann auf jeden Fall nach Alternativen bzw. Auffälligkeiten der Implantate fragen.“
  • Rechtsanwalt Rulands:
    „Sie müssen wissen, die Behandler sind alle vertraglich gebunden. Das heißt also, die haben mit den Herstellern Abnahmeverträge und profitieren davon im Zweifel natürlich auch.“
  • Frau Gormanns:
    „Tja, und dann ist die Auskunft, die man bekommen hat vom Arzt ja vielleicht nicht immer ganz so 100 % verlässlich, mal vorsichtig ausgedrückt.“
  • Rechtsanwalt Rulands:
    „Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dann gehen Sie, nachdem der Arzt Ihnen die Auskunft entweder vollständig oder unvollständig erteilt hat, nach Hause, und Sie schauen im Internet nach.“
  • Frau Gormanns:
    „Gesetzlich Versicherte, die haben noch ‚ne weitere Möglichkeit, zur Absicherung das Richtige zu tun, das richtige Implantat zu wählen, und darum geht es gleich hier nach den Lokalnachrichten.“

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