Elternzeit: Teilzeit-Arbeit

Elternzeit: Teilzeit-Arbeit

  • Frau Gormanns:
    „Unser Thema ist ja das Elternzeitgesetz. Thomas Müting, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus der Kanzlei Rechtsanwälte Schleicher Maubach & Partner – was ist denn mit dem Urlaubsanspruch, der ja erworben wird während der Elternzeit, wenn der Mitarbeiter direkt im Anschluss an eben diese Elternzeit kündigt, muss der Urlaub vom Arbeitgeber ausgezahlt werden?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Da gibt es jetzt eine neue Entscheidung vom Bundesarbeitsgericht. Wir sprechen ja dann hier über den so genannten Urlaubsabgeltungsanspruch. Danach ist es jetzt so, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist, der Arbeitgeber diesen Urlaubsanspruch nicht mehr kürzen kann.“
  • Frau Gormanns:
    „Warum ist das eigentlich so? Urlaub nehmen kann der Arbeitgeber ablehnen aber Urlaub ausbezahlen nicht?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Das hat damit zu tun, dass das Bundesarbeitsgericht die grundsätzliche rechtliche Qualität dieses Abgeltungsanspruches auch in anderen Entscheidungen etwas geändert hat und das führt eben jetzt dazu, dass dies ein reiner Entgeltanspruch ist, der nichts mehr eigentlich mit dem Urlaubsgedanken zu tun hat. Und dieser Entgeltanspruch kann eben dann nicht mehr gekürzt werden.“
  • Frau Gormanns:
    „Ich möchte noch mit einem kleinen Irrglauben aufräumen – wer in Elternzeit ist, darf gar nicht arbeiten. Das ist nämlich quatsch, Teilzeit ist durchaus drin. Wie funktioniert das, Herr Müting?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Diese Möglichkeit eröffnet ebenfalls das Gesetz. Das geht sogar sowohl beim eigenen Arbeitgeber, als auch bei einem fremden Arbeitgeber. Das geht zeitlich maximal bis 30 Stunden in der Woche. Beim eigenen Arbeitgeber ist es dann auch beschränkt zwischen 14 und 30 Stunden.“
  • Frau Gormanns:
    „Das muss natürlich auch entsprechend beantragt werden.“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Das sind dann die gleichen Fristen wie im Hinblick auf die ursprüngliche Beantragung der Elternzeit, also in den ersten drei Lebensjahren muss ich dies sieben Wochen vor Beginn der begehrten Teilzeit beantragen. Bei diesem Übertragungszeitraum, also zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes, muss ich einen solchen Antrag auf Teilzeit 13 Wochen vor Beginn stellen.“
  • Frau Gormanns:
    „Kann denn der Arbeitgeber Teilzeit auch ablehnen?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Es gibt aber eine so genannte Zustimmungsfiktion. Der Arbeitgeber muss also diese Ablehnung innerhalb einer bestimmten Frist erklären. Reagiert er nicht und lehnt also nicht innerhalb dieser Fristen ab, gilt die Zustimmung als erteilt.“
  • Frau Gormanns:
    „Also das wird schwierig für den Arbeitgeber, dies abzulehnen?“
  • Rechtsanwalt Müting:
    „Ja, er hat ein Ablehnungsrecht, wenn dringende betriebliche Gründe diesem Teilzeitwunsch entgegenstehen. Es ist also etwas mehr als im normalen Arbeitsverhältnis, da gibt es ja auch die Möglichkeit, Teilzeit zu beanspruchen. Da kann er ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen. Im Rahmen der Elternzeit ist dieses Ablehnungsrecht nur dann gegeben, wenn es dringende betriebliche Gründe sind, es ist also eine größere Hürde zu nehmen.“
  • Frau Gormanns:
    „Also da muss der Arbeitgeber schon richtig gute, echte Begründungen parat haben. Die Elternzeit, ein Gesetz aus dem Arbeitsrecht haben wir heute komplett beleuchtet. Herr Müting, wir sind am Ende der Sendung, lieben Dank und tschüss!“

Sie wünschen weitere Informationen?

Wir beraten Sie gerne!

Mandantenberichte


Rechtsanwälte 02161 92 03 0