Die private Unfallversicherung: Was ist versichert?

Die private Unfallversicherung: Was ist versichert?

  • Frau Gormanns:
    “Jeder, der einem Job nachgeht, ist gesetzlich gegen Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufserkrankungen versichert. Für alle Unfälle in der Freizeit kommt dann diese gesetzliche Versicherung natürlich nicht auf. Hier greift die private Unfallversicherung. Wer in der Freizeit einen Unfall mit bleibendem Schaden hat, kann Leistungen aus seiner privaten Unfallversicherung beziehen. Diese sind natürlich unterschiedlich gestaltet, eben je nach Versicherungsvertrag. Oliver Maubach, Fachanwalt für Versicherungsrecht, von den KORN VITUS Rechtsanwälten in Mönchengladbach.
    Was kann man den mit einer privaten Unfallversicherung überhaupt absichern? Das ist ja mal ganz wichtig zuallererst.”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “Mit der privaten Unfallversicherung kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer eine im Vertrag vereinbarte Kapitalleistung oder Unfallrente bekommen. Anders als in der gesetzlichen Unfallversicherung gilt der Versicherungsschutz, sofern nichts anderes vereinbart ist, für Unfälle weltweit und rund um die Uhr.”
  • Frau Gormanns:
    “Kommt wie immer auf den Inhalt des Vertrages an. Wer nie über Gladbachs Grenzen hinaus verreist, der kann natürlich auch auf das weltweite auch verzichten. Aber eins liegt immer fest: Der Gesetzgeber hat nämlich den Begriff „Unfall“ ganz fest umrissen.”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass ein Unfall dann vorliegt, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsbeschädigung erleidet.”
  • Frau Gormanns:
    “Die muss dann allerdings dauerhaft sein. Der Gesetzgeber spricht in diesem Zusammenhang von Invalidität. Ist die vorhanden, ganz oder teilweise, dann gibt es einen einmaligen Geldbetrag oder je nach Vertrag eine Unfallrente.”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “Dazu gibt es aber noch verschiedene Möglichkeiten: Man könnte z.B. Leistungen versichern für den Fall, dass man durch den Unfall verstirbt. Regelmäßig werden Krankenhaustagegelder mitversichert. Es gibt kosmetische Operationen, die Teil dieser Versicherung sein können. Bergungskosten, Kurkosten, Kostenbeihilfe und auch Soforthilfen bei schweren Verletzungen, die im Versicherungsvertrag definiert sind. Es gibt auch Leistungen, wenn ich einen Oberschenkelhalsbruch habe, dass in diesem Fall auch eine Einmalleistung erbracht wird.”
  • Frau Gormanns:
    “Also das mit dem Oberschenkelhalsbruch ist jetzt ein Beispiel, man kann auch andere Beschädigungen per Einmalzahlung absichern, die dann keine Invalidität zur Folge haben. Diese Sondervereinbarungen, das sind sie nämlich, müssen extra in den Vertrag mit aufgenommen werden. Die gerade genannten gehören nicht zu den Kernleistungen der Unfallversicherung. Was ist denn die sogenannte Kernleistung?”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “Mit der Unfallversicherung soll eine finanzielle Absicherung im Fall einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit als Unfallfolge abgesichert werden.”
  • Frau Gormanns:
    “Beispiel Daumen: Jetzt wird es ein bisschen makaber. Der geht beim Heckeschneiden im Garten verloren.”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “Maßstab für die Leistung ist die Invalidität, die durch den Unfall eingetreten ist. Hierfür gibt es, je nachdem was passiert ist, u.a. eine Gliedertabelle, da sind dann verschiedenste Dinge als fester Bestandteil der eingetretenen Invalidität aufgeführt.”
  • Frau Gormanns:
    “Gliedertabelle natürlich, weil bei Extremitäten, also Körperteilen, wie Fingern, Zehen, Armen, Beinen etc. ganz gut und genau festgelegt werden kann, was prozentual an Invalidität vorliegt, wenn hier was durch einen Unfall verloren geht.”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “Zum Beispiel beim Daumen ist in der Gliedertabelle regelmäßig vorgesehen, dass wenn ich diesen verloren habe, oder eine vollständige Funktionsunfähigkeit vorliegt, dann eine Invalidität von 20 % vorliegt.”
  • Frau Gormanns:
    “Jetzt müssen wir wieder rechnen. Das können Sie besser als ich. Was wird denn berechnet, wenn die Versicherungssumme im Vertrag beispielsweise 100.000,00 € beträgt?”
  • Rechtsanwalt Maubach:
    “In der Gliedertabelle steht drin, dass bei dem Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit des Daumens eine Invalidität von 20 % vorliegt. Die Versicherung hat dann also 20 % der vereinbarten Versicherungssumme zu zahlen.”
  • Frau Gormanns:
    “Jetzt muss ich doch selber rechnen, das kann ich aber. Das sind 20.000,00 € bei unserem Beispiel Daumen und 100.000,00 € Versicherungssumme. Ist der Daumen aber noch einsetzbar, wird anders gerechnet. Das legen wir Ihnen mathematisch dar gleich in einem Fall für den Anwalt.”

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