Der Traum vom Haus (4)

Der Traum vom Haus (4)

  • Frau Clauss:
    „Etwas was unbedingt ganz klar fixiert werden sollte, das ist der Baubeginn und der Fertigstellungstermin.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Jeder, der zu Miete wohnt, muss ja auch planen, wenn er eben ein Fertigstellungsdatum mitgeteilt bekommt: Sie alle haben Kündigungsfristen. Diese muss man einhalten. Und jetzt hat man das Mietverhältnis gekündigt. Der Vermieter hat die Wohnung aber schon weitervermietet. Man muss raus aus der Wohnung, aber das Haus oder die Eigentumswohnung ist noch gar nicht fertig. Riesen Probleme, die auf einen zukommen. Was machen sie mit den Möbeln, die müssen sie einlagern. Also eine Kette ohne Ende.“
  • Frau Clauss:
    „Ja und eine absolute Horrorvorstellung natürlich.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Und deshalb gibt es zwei Dinge, die wichtig sind. 1. Klare Vereinbarung wie lange dauert die Fertigstellung des Bauvorhabens und wichtig, wann beginnt diese Frist zu laufen. Da muss eine klare Regelung rein.“
  • Frau Clauss:
    „Es ist nämlich oft recht schwammig, sage ich mal.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Und in diesem Zusammenhang eben auch ganz wichtig, damit man auch einen gewissen Druck ausübt, dass der andere auch an der Einhaltung dieser Frist interessiert ist, dass man eine Vertragsstrafe vereinbart, die nach der Rechtsprechung 0,2 %der Bruttoauftragssumme pro Werktag beträgt. Die Vertragsstrafe muss aber nach oben begrenzt sein auf max. 5 % der Bruttoauftragssumme.“
  • Frau Clauss:
    „Damit hat dann der Bauherr auch ein Druckmittel in der Hand. Eine Sache noch: jetzt ist unser Haus fertig und muss abgenommen werden. Natürlich, das klingt ganz einfach, ist es aber leider nicht.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Ja, also da ist es genau so, wie wir das ganz am Anfang schon mal besprochen haben. Wer baut sollte pingelig und kleinlich sein. Da sollte man das Bauvorhaben wirklich vom Keller bis zum Dach in aller Ruhe besichtigen. Man sollte in Verträgen darauf achten, dass man eine förmliche Abnahme vereinbart, das heißt nichts anderes, als das über die Abnahme ein Protokoll erstellt wird, in dem alles, was einem auffällt, eingetragen werden sollte.“
  • Frau Clauss:
    „Ja und das ist wirklich extrem wichtig.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Wir haben immer wieder in der Praxis den Fall, dass der Bauherr sagt, „Ja, da ist aber ein Mangel“ und der Bauleiter des Bauunternehmens sagt „Ne, das ist kein Mangel“ und erklärt ihm das auch mit wohlformulierten Worten. Dennoch sollte man sowas, selbst wenn das streitig ist, in das Protokoll aufnehmen.“
  • Frau Clauss:
    „Ja und später klären, ja ist das jetzt ein Mangel oder nicht. Es geht aber auch natürlich um die Frage, wer trägt die Beweislast?“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Bis zur Abnahme muss der Bauunternehmer beweisen, dass seine Leistungen absolut mangelfrei sind. Wenn es zum Streit käme, hat das auch Auswirkungen wer muss in dem Prozess die Vorschüsse für die Sachverständigen, die auch häufig mehrere 1000,00 € sind, bezahlen muss. Ist die Leistung abgenommen, muss der Bauherr beweisen, dass die Mängel vorhanden sind. In diesem Falle muss er diese Vorschüsse bezahlen.“
  • Frau Clauss:
    „Also bloß alles immer ins Protokoll aufnehmen und am besten nimmt zur Bauabnahme einen Sachverständigen oder Architekten mit. Aktuell ist der Gesetzgeber dabei, ein Bauvertragsrecht zu installieren, das den Bauherrn besser schützt. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.
    Vielen Dank für die Info’s.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Ich bedanke mich auch für das sehr interessante Gespräch.“

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