Der Traum vom Haus (1)

Der Traum vom Haus (1)

  • Frau Clauss:
    „Guten Abend“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Ich wünsche Ihnen auch einen wunderbaren guten Abend und grüße alle Hörer von Radio 90,1.“
  • Frau Clauss:
    „Für viele Menschen ist es ja was ganz besonderes, ein eigenes Haus zu bauen. Die meisten tätigen eine solche Investition und Aktion des Hausbaus nur einmal im Leben. Wie man diese Sache dann angeht, ist ganz unterschiedlich.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Also man muss da differenzieren. Ich kann eine Immobilie erwerben mit Grundbesitz, das sind in der Regel Reihenhäuser oder Doppelhaushälften oder eben in Form eines Miteigentums, wenn ich Wohnungseigentum erwerbe.“
  • Frau Clauss:
    „Ok, das ist eine Möglichkeit, aber es gibt noch eine andere.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Wenn ich selbst ein Grundstück habe, geerbt habe oder von einem Eigentümer kaufe, dann will ich ein Haus auf meinem Grundstück bauen und da mache ich in der Regel einen Vertrag mit einem Fertigbauunternehmen oder einem Bauunternehmen.“
  • Frau Clauss:
    „Wir reden heute jetzt mal nicht über das Architektenhaus, sondern über den Bau oder Umbau durch ein Bauunternehmen/Bauträger oder ein Fertighaushersteller. Beim Immobilienkauf mit Kaufverpflichtung muss ein Notar den Vertrag mit Bauherrn und Bauträger abschließen.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Da der Notar zur Neutralität verpflichtet ist, hat man auf jeden Fall schon mal eine Überprüfung des Vertragsinhaltes.“
  • Frau Clauss:
    „Ja und einen weiteren Vorteil, der Notar kennt sich natürlich gut aus.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Außerdem ist der Notar zwingend daran gebunden, dass der Inhalt der Makler- und Bauträgerverordnung vereinbart wird. Da sind bestimmte Regelungen enthalten die eindeutig sind und eine ausgewogene Regelung.“
  • Frau Clauss:
    „Ja, jetzt kann man also schon mal relativ sicher sein, dass da alles richtig läuft. Ganz wichtig ist die Bau- und Leistungsbeschreibung. Die sollte immer so genau wie möglich sein und zwar nach dem Motto „wer baut muss kleinlich sein“, denn hier haben viele Verträge echte Lücken in der Beschreibung dessen was da alles vereinbart wurde. Das Exposé, das ist die Basis für den Kaufentschluss und die muss inhaltlich wieder im Vertrag auftauchen.“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Viele Leute denken sich, das Exposé na klar, damit bin ich auf den Bauträger zugegangen. Alles was da drin steht, ist zugesichert, aber weit gefehlt Wenn das Exposé in dem Vertrag nicht erwähnt ist oder in dem Vertrag nicht ausdrücklich auf das Exposé Bezug genommen wird, dann gilt das nicht als Vertragsinhalt.“
  • Frau Clauss:
    „Das ist natürlich wirklich ärgerlich. Kann man sich nicht einfach auf die Anwesenheit des Notar verlassen und sich sicher sein, das nix passiert?“
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Nein! Das kann man so nicht sagen, denn auch da kann natürlich was passieren, z. B. gibt es in der Makler- und Bauträgerverordnung bestimmte Raten, die nach bestimmten Baufortschritten zu zahlen sind. Da erlebt man es in der Praxis immer wieder, dass Bauunternehmen Raten abfordern, obwohl die Leistungen noch gar nicht vollständig erbracht sind.“
  • Frau Clauss:
    „Ich glaube, es ist ein absoluter Klassiker. Der Bauherr geht in die Vorkasse und sollte der Bauträger Pleite gehen, ist das Geld unter Umständen komplett futsch und der Traum vom Haus im schlimmsten Falle ganz schnell ausgeträumt, weil man einfach nicht mehr genug Geld zur Verfügung hat, um diesen Verlust aufzufangen.
  • Rechtsanwalt Klaps:
    „Und deshalb muss man einfach daran denken, zahlen muss ich erst, wenn das, was vertraglich vereinbart ist, vollständig und auch mangelfrei erbracht ist.“
  • Frau Clauss:
    „Ja, und sich auf gar nichts anders einlassen. Das ist nämlich nicht rechtens.“

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