Berliner Testament (4)

Berliner Testament (4)

  • Frau Gormanns:
    “Das Berliner Testament, das ist ganz schön kompliziert. Eine komplizierte Sache. Ralf Maus, Fachanwalt für Erbrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten in Mönchengladbach. Alleine blickt man da ja im Detail überhaupt nicht wirklich durch, oder?”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Ja, das ist richtig. Also vor Errichtung eines Testamentes sollte auf jeden Fall fachkundiger Rat eingeholt werden. Häufigster Streitpunkt ist die Auslegung eines privatschriftlichen Testamentes. Es ist für juristische Laien unheimlich schwer, präzise auszudrücken, was juristisch gelten soll nach dem Ableben und eine Beratung für die Errichtung eines Testamentes ist von den Kosten nur ein Bruchteil dessen, was später entsteht, wenn die Kinder sich über den Nachlass streiten bzw. über das Testament.”
  • Frau Gormanns:
    “Beachten muss man in jedem Fall ja auch, dass unter Umständen das Finanzamt miterben möchte, also man Erbschaftssteuer zu zahlen hat.”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Ja, das immer dann der Fall, wenn der überlebende Ehegatte beim 1. Erbfall mit den Steuerfreibeträgen von 500.000 € + 256.000 € Versorgungsfreibetrag nicht auskommt.”
  • Frau Gormanns:
    “Ja und dann ist mit dem Erbe auch eine Steuerschuld vorhanden.”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Genau, wenn der überlebende Ehegatte mit den Steuerfreibeträgen nicht auskommt, ist das Erbe dann zu versteuern und das könnte man mindern durch die Pflichtteilsansprüche. Das heißt, die Kinder können gerade beim Berliner Testament hingehen und sagen, wir wollen die Pflichtteilansprüche erfüllt haben und diese sind dann als Nachlassverbindlichkeiten vom Erbe abzuziehen und mindern damit die Steuerschuld.”
  • Frau Gormanns:
    “Das muss man auch wissen, da gibt es Höchstgeldbeträge, die beachtet werden müssen. Das selbst bewohnte Einfamilienhaus kann in diesem Zusammenhang steuerfrei mitvererbt werden, wenn man sich denn auskennt.”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Als Fazit kann man sagen, dass man sich rechtzeitig beraten lassen soll, bevor der Erbfall eingetreten ist. Für ein Testament ist es nie zu früh, aber häufig zu spät.”
  • Frau Gormanns:
    “Unser Thema ist ja das Berliner Testament, also eine besondere Art eines Testamentes. Wir haben jetzt Hintergründe, Sinn aber auch Unsinn geklärt heute Abend, Herr Maus, oder? Woher kommt denn dieses Berliner Testament?”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Das Berliner Testament stammt aus einer Zeit, wo es vornehmlich darum ging, den überlebenden Ehegatten wirtschaftlich abzusichern. Das steht heute nicht unbedingt mehr im Fokus. Von daher ist das Berliner Testament nicht immer die beste Wahl.”
  • Frau Gormanns:
    “Eigentlich ist es doch schön, den Ehegatten abzusichern bzw. sich gegenseitig als Ehegatten abzusichern. Warum steht denn Ihrer Meinung nach das Testament das Berliner Testament nicht mehr im Fokus der heutigen Zeit?”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Ja, weil die ursprüngliche Standard-Ehe und Arbeitsaufteilung, der Mann geht arbeiten, die Frau steht zu Hause, heute nicht mehr so praktiziert wird. Viele Frauen gehen arbeiten, haben eigene Rentenanwartschaften, eigenes Vermögen, haben vielleicht auch schon selber was geerbt, so dass die wirtschaftliche Absicherung dann nicht mehr das Entscheidende ist, sondern vielleicht eine gerechte Verteilung der Vermögenswerte zwischen den Kindern und vielleicht auch ein Fortbestand des Vermögens oder aber auch die Unterstützung der Enkelkinder im Studium.”
  • Frau Gormanns:
    “Tja, das ist eine Überlegung wert, denn wenn man bedenkt, wie alt die Menschen heute werden, dann macht das sowieso mehr Sinn, dass die Enkelkinder erben, wenn die Kinder nämlich mit über 60 noch nicht mitten im Leben stehen und auf das Erbe der Eltern angewiesen sind, ja dann ist doch sowieso irgendwas schief gelaufen. Ralf Maus, Fachanwalt für Erbrecht von den KORN VITUS Rechtsanwälten in unserer Stadt war unser Experte heute zum Thema Berliner Testament.  Erst einmal vielen Dank an Sie und schönen Abend. Tschüss.”
  • Rechtsanwalt Maus:
    “Vielen Dank und schönen Abend.”

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