Ohne Fleiß kein Preis – Operation bei extremem Übergewicht

18. Mai 2015

Bei extremem Übergewicht kann ein letzter Ausweg, wenn alles nichts hilft, die sogenannte chirurgische Adipositastherapie (operative Verkleinerung des Magens) sein.

Die Kosten hierfür werden grundsätzlich aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenkassen übernommen:

– ein BMI > 40 oder > 35, dann aber zusätzlich mit erheblichen medizinischen Begleiterscheinungen,
– die Erschöpfung konservativer Behandlungsmöglichkeiten,
– ein überschaubares Operationsrisiko,
– eine ausreichende Motivation des Patienten/der Patientin,
– keine manifeste psychiatrische Erkrankung und die Sicherstellung lebenslanger medizinischer Nachbetreuung.

Konkret bedeutet dies, dass der Patient, wenn er erfolgreich eine Kostenübernahme durch-setzen will, gemäß der aktuellen S3-Leitlinie der Deutschen Adipositas Gesellschaft zunächst eine mindestens 6monatige ärztlich angeleitete konservative Therapie durchführen muss. Erst wenn diese trotz erkennbaren Bemühens des Patienten/der Patientin nicht zum Erfolg führt, kann bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen die Kostenübernahme erreicht werden.

Liegen überwiegend medizinische Ursachen für das Übergewicht vor, kann allerdings von diesen strengen Voraussetzungen auch eine Ausnahme gemacht werden (so eine Entschei-dung des Sozialgerichts Fulda vom 18. November 2014).

Wichtig: In jedem Fall muss der Antrag auf Kostenübernahme vor dem Eingriff gestellt werden und die Zusage der Krankenkasse abgewartet werden.

Medizinische sowie juristische Begleitung ist in jedem Fall dringend zu empfehlen.

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